In Deutschland ist eine mutmassliche Terrorzelle des sogenannten "Islamischen Staats" (IS) ausgehoben worden. Die Männer planten einen Anschlag in der Düsseldorfer Altstadt.

Drei der mutmasslichen Terroristen des sogenannten "Islamischen Staats" (IS) sind heute festgenommen worden. Der vierte Verdächtige sitzt in Frankreich in Untersuchungshaft.

Laut Bundesanwaltschaft liegen keine Hinweise dafür vor, "dass die Beschuldigten bereits mit der Umsetzung ihres Anschlagsplanes konkret begonnen hatten". Einen Zusammenhang mit der bevorstehenden Fussball-Europameisterschaft in Frankreich gebe es nicht.

Selbstmordattentäter sollten sich in die Luft sprengen

Die Gruppe hatte laut Bundesanwaltschaft geplant, dass sich zunächst zwei Selbstmordattentäter in der zentralen Heinrich-Heine-Allee in die Luft sprengen. Anschliessend hätten weitere Attentäter möglichst viele Passanten mit Gewehren und Sprengsätzen töten sollen, hiess es weiter.

Die drei Männer im Alter von 27, 25 und 31 Jahren wurden den Angaben zufolge am Donnerstag in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Baden-Württemberg festgenommen. Der vierte Mann habe sich am 1. Februar in Paris den französischen Behörden offenbart. Die Bundesanwaltschaft bemühe sich um die Auslieferung des 25-Jährigen.

Nach Angaben von Bundesinnenminister Thomas de Maizière befinden sich zwischen 4.500 und 5.000 Radikalisierte aus Europa in Syrien und im Irak, um für den IS zu kämpfen. "Etwa 810 allein aus Deutschland", so der CDU-Politiker.

"Externe Operationen" des IS plant Terror in Europa

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" soll über eine geheime Spezial-Einheit verfügen, die gezielt Kandidaten für Terroranschläge in Europa rekrutiert und diese Anschläge auch plant.

Kopf der IS-Einheit mit dem Namen "Externe Operationen" sei der Syrer Abu Muhammad al-Adnani, der auch als Propaganda-Chef des IS fungiert. (dpa/tfr)