• In Afghanistan haben die radikalislamischen Taliban die Macht übernommen.
  • Zahlreiche Menschen versuchen, aus dem Land zu fliehen.
  • Die aussenpolitischen Kommissionen der Schweiz sind sich uneinig im Umgang mit Flüchtlingen.

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Die radikalislamischen Taliban haben in Afghanistan die Macht übernommen. Zahlreiche Menschen stürmten bereits den Flughafen in Kabul, um aus dem Land zu fliehen. Wie soll die Politik in der Schweiz nun reagieren? Die aussenpolitischen Kommissionen haben unterschiedliche Meinungen.

Fabian Molina vom SP-Nationalrat etwa übt laut "20min.ch" scharfe Kritik: "Die internationale Staatengemeinschaft hat grandios versagt. Auf den verantwortungslosen Einmarsch der USA im Jahr 2001 folgte der ebenso verantwortungslose Rückzug der internationalen Truppen." "Die Schweiz muss sofort 10.000 Geflüchteten aus Afghanistan Schutz gewähren und die humanitäre Hilfe in den Nachbarländern verstärken", schreibt der Politiker zudem in einem Appell auf Twitter.

Roger Köppel vom SVP-Nationalrat sieht für die Schweiz jedoch keinen direkten Handlungsbedarf: "Die Schweiz spielt glücklicherweise keine Hauptrolle in diesem Drama. Entsprechend sollte sie sich auch verhalten." Der Bundesrat solle sich weitestgehend aus diesem Konflikt raushalten; zudem soll nur den Menschen Asyl gewährt werden, die "persönlich an Leib und Leben bedroht sind".

Schweiz als "aussenpolitisches Therapiezentrum"

Darüber hinaus fordert der Politiker bei Bedarf "Konfliktschlichtung, Entspannung, Verständigung". Auf jegliche "Aufplusterung" solle verzichtet werden, die Schweiz solle viel mehr als "aussenpolitisches Therapiezentrum" agieren.

Grüne wollen "Frauen, Kinder sowie verfolgte Minderheiten" schützen

Céline Vara, Grüne-Ständerätin im Kanton Neuenburg, sorgt sich vor allem um Frauen. "Junge Mädchen, die einfach zur Schule gehen und dieselben Perspektiven wie die Jungen haben wollen, bezahlen die Rückkehr der Extremisten, die Frauen gegenüber Männern als minderwertig betrachten", sagt die Politikerin. Priorität bei der Aufnahme von Flüchtlingen sollen ihrer Meinung nach "Frauen, Kinder sowie verfolgte Minderheiten, etwa LGBTI+" haben.

SP-Ständerat-Mitglied Carlo Sommaruga forderte vom Bundesrat, humanitäre Visa an 4.000 Bürger aus Afghanistan zu vergeben – der Antrag wurde abgelehnt.   © 1&1 Mail & Media/spot on news