Der Attentäter von Berlin, Anis Amri, ist direkt nach dem Anschlag wohl von einer Kamera am Bahnhof Zoo aufgezeichnet worden. Die ermittelnde Bundesanwaltschaft ist sich mittlerweile sicher, dass Amri der Täter des Lkw-Anschlags in Berlin ist.

Die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke Köhler, gab am Mittwoch in Karlsruhe Auskunft über den Stand der Ermittlungen im Fall des Anschlags auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin. Dabei erklärte sie, dass Amri nach der Tat wohl im Bahnhof Zoo gefilmt wurde.

Es sei davon auszugehen, dass der Mann auf dem Überwachungsvideo Amri sei, sagte Köhler. Er sei sich der Aufzeichnung offenkundig auch bewusst gewesen. Der Mann habe den erhobenen Zeigefinger in Richtung Kamera gezeigt - ein Gruss, der von IS-Anhängern bekannt ist.

Die Bundesanwaltschaft hält den 24 Jahre alten Tunesier zweifelsfrei für den Täter des Lastwagen-Anschlags auf einen Berliner Weihnachtsmarkt vom 19. Dezember, bei dem zwölf Menschen starben und mehr als 50 verletzt wurden. "Nach unseren Erkenntnissen, nach all dem, was wir zusammengetragen haben, gehen wir davon aus, dass Anis Amri den Anschlag begannen hat", sagte Köhler.

Demnach ist die bei dem Anschlag vom 19. Dezember verwendete Schusswaffe identisch mit der, die vier Tage später bei Amri in Italien gefunden wurde. Dieser war nahe Mailand bei einem Schusswechsel mit Polizisten getötet worden.

Hatte Anis Amri Helfer?

Nun werde ermittelt, ob jemand etwas von den konkreten Anschlagsplänen Amris gewusst und ob es Helfer gegeben habe. Ein 26-jähriger Tunesier sitzt mittlerweile in Haft, wird allerdings nicht verdächtig, ein Kontaktmann Amris zu sein. Vielmehr werde dem Mann Sozialbetrug vorgeworfen.

Es hatte Verdachtsmomente im Hinblick auf ein Treffen des 26-Jährigen mit Amri am Vorabend der Tat gegeben, diese reichten aber nicht für einen Haftbefehl der Bundesanwaltschaft aus. Amri war am 23. Dezember bei einem Schusswechsel mit Polizisten in Mailand auf der Flucht erschossen worden.

Die in Italien gefundene Waffe ist nach Angaben der Bundesanwaltschaft beim Anschlag in Berlin verwendet worden. Der tödliche Schuss auf den polnischen Lkw-Fahrer sei am Parkplatz des Lastwagens am Friedrich-Krause-Ufer erfolgt. Der Fahrer habe zu dem Zeitpunkt auf dem Beifahrersitz gesessen.

Dies habe unter anderem die Untersuchung von Schmauchspuren ergeben. Eine am Lkw sichergestellte Hülse passe zu der in Italien entdeckten Waffe. Der Sprecherin zufolge befand sich zum Tatzeitpunkt keine dritte Person in der Fahrerkabine. (dpa/tfr)