Der mutmassliche Attentäter des Anschlags in Berlin, der Tunesier Anis Amri, ist bei einer Schiesserei in der Stadt Sesto San Giovanni nördlich von Mailand von Polizisten getötet worden. Das bestätigte das italienische Innenministerium am Freitagvormittag in einer Pressekonferenz.

Der nach dem Berliner Terroranschlag mit mindestens zwölf Toten europaweit gesuchte Tunesier Anis Amri ist tot. Erste Berichte der Nachrichtenagentur Reuters wurden vom italienischen Innenminister Marco Minniti bei einer Pressekonferenz bestätigt.

Anis Amri ist tot: Aktuelle News zu mutmasslichem Berlin-Attentäter im Live-Blog

Anis Amri wurde demnach im Norden Mailands bei einer Polizeikontrolle von Beamten getötet. Minniti erklärte weiter, dass die Fingerabdrücke des Getöteten definitiv mit denen von Anis Amri übereinstimmen.

Hatte Anis Amri Unterstützer oder war er allein?

Generalbundesanwalt Peter Frank hatte den Tod von Anis Amri am späten Mittag bestätigt. Nun werde ermittelt, ob Amri ein Unterstützer-Netzwerk hatte oder alleine für die Tat verantwortlich ist.

Zudem müsse geprüft werden, ob die von Anis Amri in Italien benutzte Pistole identisch ist mit der Waffe, mit der der polnische Lkw-Fahrer in Berlin erschossen worden war.

Der italienische Ministerpräsident Paolo Gentiloni hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitagmorgen in Kenntnis gesetzt: "Ich habe Angela Merkel an diesem Morgen über den Einsatz informiert", sagte Paolo Gentiloni in Rom.

Schusswechsel zwischen Anis Amri und Polizisten

Amri sei zu Fuss unterwegs gewesen, als ihn Beamte der italienischen Staatspolizei bei einer Personenkontrolle aufforderten, seinen Ausweis zu zeigen. Der Verdächtige habe keine Dokumente bei sich gehabt.

Nach Angaben der italienischen Tageszeitung "La Republica" soll Amri "Allahu Akbar" gerufen und umgehend auf die Beamten geschossen haben.

Als die Polizisten das Feuer erwiderten, soll der Verdächtige tödlich getroffen worden sein. Ausserdem sei ein Polizist verletzt worden, er hat einen Schulter-Durchschuss erlitten, befindet sich aber nicht in kritischem Zustand.

Amri soll über Frankreich nach Italien eingereist sein

Italienischen Polizeiangaben zufolge war Anis Amri über Frankreich nach Italien gekommen. Der terrorverdächtige Tunesier war demnach aus Chambéry nach Tunesien gefahren und von dort mit dem Zug nach Mailand weitergereist, erklärte der Mailänder Anti-Terror-Chef Alberto Nobili.

Dort war er demnach gegen 1:00 Uhr in der Nacht von Donnerstag auf Freitag angekommen. Die Polizisten waren rund zweieinhalb Stunden später bei einer regulären Personenkontrolle auf Amri gestossen.

Er habe mit einer Pistole Kaliber 22 auf die Beamten geschossen, die ihrerseits das Feuer erwidert hätten. Bei dem Schusswechsel sei Anis Amri tödlich getroffen worden.

Amri soll möglicherweise in Italien noch Kontakte gehabt haben. Vor seiner Einreise nach Deutschland hatte Amri eine vierjährige Haftstrafe in Italien wegen Brandstiftung abgesessen. (dpa/she/miwo)