Irland besuchte er ausgiebig - das Vereinigte Königreich nur kurz. Mit seiner Visite zum 25. Jahrestag des Karfreitagsabkommens im vergangenen Monat hatte US-Präsident Joe Biden in London für Irritationen gesorgt. Nun erklärte der demokratische Politiker, was es damit auf sich hatte: Er habe sicherstellen wollen, dass die "die Briten nicht herumeiern" und "nicht hinter ihre Zusagen zurückfallen", sagte er Medienberichten zufolge bei einer Veranstaltung seiner Partei in New York.

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Die britische Regierung reagierte kühl. Darauf angesprochen betonte ein Sprecher des britischen Premierministers Rishi Sunak am Donnerstag, man sei froh, mit der EU eine Vereinbarung gefunden zu haben, die für alle funktioniere. Es sei stets die Priorität des Vereinigten Königreichs gewesen, das Karfreitagsabkommen zu schützen. Der Sprecher betonte zudem, es handle sich um eine Angelegenheit zwischen Grossbritannien und der Europäischen Union.

Das Karfreitagsabkommen von 1998 beendete den jahrzehntelangen blutigen Konflikt zwischen mehrheitlich katholischen Befürwortern der Vereinigung beider Teile Irlands und den überwiegend protestantischen Anhängern der Union Nordirlands mit Grossbritannien.

Doch der EU-Austritt Grossbritanniens drohte den fragilen Frieden zu stören. Das Problem war, dass mit dem Brexit die eigentlich bereits unsichtbar gewordene Grenze zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Republik Irland zur EU-Aussengrenze wurde. Kontrollposten zwischen Nordirland und Irland, da waren sich aber alle Seiten einig, wären zum Ziel neuer Anschläge geworden.

Wie Grenzkontrollen vermieden werden können, wurde zwar bei den Brexit-Verhandlungen zwischen Brüssel und London vereinbart. Doch Grossbritannien hielt sich nicht an die Abmachungen und drohte immer wieder damit, sie platzen zu lassen. Erst im Februar dieses Jahres wurde der Streit mit dem Windsor-Abkommen beigelegt.  © dpa

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