Soll die Bundeswehr in der Flüchtlingskrise stärker tätig werden? Generalinspekteur Volker Wieker schliesst in einem Interview Militäroperationen nicht aus.

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker, kann sich vorstellen, angesichts der wachsenden Zahl von Flüchtlingen in Deutschland Soldaten stärker einzusetzen.

"Militärische Interventionen sind immer nur ein Mittel, um staatliche Strukturen aufbauen zu können. Wer Fluchtursachen bekämpfen will, muss aber auch militärische Optionen mitdenken", sagte Wieker der "Bild"-Zeitung.

Die Bundeswehr könne "viel zu einer besseren Versorgung der Flüchtlinge beitragen", habe aber keine hoheitlichen Aufgaben. "Sie darf nur im Wege der Amtshilfe und im Katastrophenfall im Inland eingesetzt werden."

Einen Einsatz der Bundeswehr im Landesinneren sowie eine stärkere Sicherung der Grenzen lehnt Wieker ab.

Der Generalinspekteur fordert zudem eine Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr. "Wir müssen einen Rückfall verhindern. Es ist wichtig, dass die Taliban die afghanische Armee nicht noch einmal so überraschen können wie zuletzt in Kundus." Dafür benötige die Armee weiter Hilfe. (ank)