Flüchtlinge sollen innerhalb Bayern künftig schneller auf die einzelnen Kommunen verteilt werden. Diese Verteilung solle auch "unter Einschluss" Münchens erfolgen, sagte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Freitag. Zudem sollen sich Deutschland und Österreich über die Flüchtlinge geeinigt haben.

Wie es aus CSU-Kreisen heisst, haben sich Deutschland und Österreich auf einen Umgang mit den Flüchtlingen geeinigt. Das meldet die "Süddeutsche Zeitung". Der Streit zwischen Österreich und der CSU scheint damit vorerst beigelegt.

An fünf Grenzübergängen sollen pro Stunde 50 Migranten einreisen können, teilte CSU-Landtagsfraktionschef Thomas Kreuz mit. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer habe ihn dahingehend informiert.

Darüber hinaus sollen Flüchtlinge innerhalb Bayern künftig schneller weiterverteilt werden, um die Last auf die Schultern mehrerer Kommunen zu verteilen. Dazu will die Regierung ausreichend Züge und Busse bereitstellen.

Die Stadt Passau an der Grenze zu Österreich kündigte an, dafür 100 Busse in der Drei-Flüsse-Stadt bereit zu stellen. Hauptursache für die Verschärfung der Situation sei nicht in erster Linie die Anzahl der ankommenden Flüchtlinge, sondern es seien die Defizite in der Weiterleitung, hatte der Passauer Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) betont.

Forderungen an den Bund

Zugleich wurde der Bund – parteiübergreifend – aufgefordert, zusätzliche "Aufnahmezentren" in Grenznähe zu schaffen. Unwürdige und teilweise chaotische Situationen, wie man sie in den vergangenen Tagen erlebt habe, sollten künftig vermieden werden, sagte Seehofer.

Am Sonntag soll die Flüchtlingskrise zudem bei einem Koalitionstreffen in Berlin erörtert werden. CSU-Chef Seehofer hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Ultimatum gestellt, bis dahin den Zuzug von Flüchtlingen zu begrenzen. (ska/dpa)