Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hat sich im Rahmen seines Treffens mit dem österreichischen Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) in Budapest zum wiederholten Male negativ in Bezug auf die Flüchtlingsthematik geäussert.

"Wer immer Migranten braucht, kann sie nehmen, doch zwingt sie uns nicht auf, wir brauchen sie nicht", erklärte Orban.

Der 53-Jährige sieht in Migration für Ungarn "keine Lösung, sondern ein Problem. Nicht Medizin, sondern ein Gift, wir wollen es nicht und schlucken es nicht".

Nach den Anschlägen in Deutschland nutzen neben Viktor Orban weitere führende Akteure rechtspopulistischer und nationalkonservativer Parteien in Europa die Gewalttaten für Kritik an der deutschen Flüchtlingspolitik.

So auch Geert Wilders in den Niederlanden und der ehemalige Chef der europakritischen Ukip-Partei in Grossbritannien, Nigel Farage. Auch der französische Front National nutzte den Selbstmordanschlag von Ansbach für Kritik an der Flüchtlingspolitik.

Volksentscheid über Quotenregelung in der EU

Im Streit über die Verteilung von Asylbewerbern in Europa hatte Orban kritisiert: "Die Quotenregelung verstreut nur den Terrorismus über Europa."

Am 2. Oktober dieses Jahres will er die Ungarn über die EU-Quotenregelung per Referendum ablehnen lassen. Die Kampagne dafür läuft. Orban bekommt Beifall von der rechtspopulistischen FPÖ in Österreich, aber auch von AfD und Pegida in Deutschland.

Die Rechtspopulisten in Athen - die Unabhängigen Griechen unter Verteidigungsminister Panos Kammenos sind dort an der Regierung zusammen mit dem linken Premier Alexis Tsipras beteiligt - halten sich unterdessen mit Vorwürfen zurück.

Man scheint erleichtert, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel eine wesentliche Rolle zur Entlastung Griechenlands bei der Flüchtlingszuwanderung beigetragen hat.

In griechischen Sicherheitskreisen heisst es zur starken Zuwanderung seit vergangenem Jahr: "Wie sollte man sowas stoppen können?"