Ein Zwickauer Richter hat einen libyschen Flüchtling härter verurteilt, als von der Staatsanwaltschaft gefordert. Grund war das überaus lange Strafregister des 29-Jährigen.

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Ein Richter in Zwickau hat mit einem Urteil gegen einen libyschen Flüchtling das von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafmass drastisch verschärft. Auslöser war das beträchtliche Strafregister des 29-Jährigen, wie die "Bild" berichtet.

Der Angeklagte habe in seinem Heim randaliert und einen Mitarbeiter mit einem Messer angegriffen. Zudem soll er Polizisten bespuckt und ein siebenjähriges Kind mit einer Bierflasche beworfen haben. Ebenfalls soll er Frauen als "Nazi-Hure" und "Scheissdeutsche" beschimpft haben.

"Warum sind Sie dann hier?"

Noch während der Verhandlung fragte der Richter den 29-Jährigen: "Wenn es bei uns so scheisse ist, warum sind Sie dann hier?"

Die Staatsanwaltschaft forderte 15 Monate Haft auf Bewährung. Das Gericht aber verurteilte den Mann zu einer zweieinhalbjährigen Haftstrafe.

Die Urteilsbegründung des Richters fiel ebenso deutlich aus wie das Strafmass. Der Angeklagte habe sich "wie ein wilder Berserker" verhalten. "Sie erhalten von unseren Steuern ein Dach über dem Kopf – und jetzt müssen wir noch Ihren Schaden bezahlen."

Der Richter warf dem 29-Jährigen Frauenfeindlichkeit vor sowie mangelnde Achtung vor Kindern.

Angeklagter muss erneut vor Gericht

Die Haftstrafe für den Angeklagten könnte sich noch erhöhen. Er muss Anfang nächster Woche erneut vor Gericht erscheinen, da er einen Marokkaner mit einer Bierflasche verletzt haben soll. (arg)

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