Schweizweiter Handlungsbedarf: Die jährliche Lebensmittelverschwendung nimmt so grosse Ausmasse an, dass die Regierung mittlerweile an einem "Food Waste"-Aktionsplan arbeitet. Denn auch das Klima leidet darunter.

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Die Lebensmittelverschwendung in der Schweiz ist enorm. Laut "Blick"-Bericht landet rund ein Drittel aller gekauften Lebensmittel im Müll. Ein Umstand, der dem Klimawandel nicht gerade entgegenwirkt.

"Food Waste" genauso schädlich wie Flugverkehr

Wie jüngste Zahlen einer Studie der ETH Zürich im Auftrag des Bundesamts für Umwelt zeigen, verursacht das sogenannte "Food Waste" hierzulande die gleiche Menge an Treibhausgasen wie der Flugverkehr. Etwa vier Millionen Tonnen schädliches CO2 sollen demnach durch nicht konsumierte Lebensmittel jährlich ausgestossen werden.

Doch woher rührt diese Zahl? Claudio Beretta, Umweltwissenschaftler und Co-Autor der Studie, klärt auf. Ausschlaggebend sei die fossile Energie, die zur Produktion und Gewinnung der Lebensmittel benötigt wird.

Bedeutet konkret: Traktoren rollen über Felder, Gewächshäuser müssen beheizt werden. All das treibt den CO2-Ausstoss nach oben und schadet letztendlich der Umwelt.

Regierung sucht nach Lösungen

Um der Lebensmittelverschwendung den Riegel vorzuschieben, arbeitet das Bundesamt für Umwelt an Lösungsansätzen. Mithilfe eines "Food Waste"-Aktionsplans soll die Menge der entsorgten Lebensmittel bis 2030 halbiert werden.

Umweltwissenschaftler Beretta sei es ausserdem ein Anliegen, "das Wissen bei Konsumenten, aber auch in der Gastrobranche" zu steigern. Ihnen müsse bewusst werden, wie aufwendig die Herstellung vieler Produkte ist und was dies für die Umwelt und den Klimawandel bedeutet. (cos)  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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