G7-Gipfel in Biarritz: die Ergebnisse

Im französischen Biarritz ist am Montagabend der G7-Gipfel zu Ende gegangen. Was bleibt von der 36 Millionen Euro teuren Veranstaltung, zu der nicht nur Vertreter der sieben grössten Industrienationen, sondern auch Politiker aus aller Welt angereist waren? (mcf/Mit Material der dpa)

Der nächste G7-Gipfel wird möglicherweise in einem der Golfhotels von US-Präsident Donald Trump in Miami stattfinden. "Es ist die beste Wahl", sagte Trump am Montag beim G7-Gipfel auf die Frage, ob er die Staats- und Regierungschef in das Trump National Doral Hotel einladen werde. "Ich liebe die Lage dieses Hotels."
VERMITTLUNG: Die Ukraine und Russland starten unter deutsch-französischer Vermittlung einen neuen Versuch zur Lösung des Konflikts in der Ostukraine. Der französische Präsident Emmanuel Macron kündigte am Montag für September ein Gipfeltreffen im sogenannten Normandie-Format an, dem die vier Länder angehören. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bereits am Sonntag gesagt, dass es in Paris stattfinden werde.
IRAN: Dass Frankreich völlig überraschend Irans Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif zu Gesprächen am Rande des Gipfels eingeladen hat, hat sich offenbar ausgezahlt. Wie Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron ankündigte, wird sich US-Präsident Donald Trump in den kommenden Wochen mit Irans Präsident Hassan Ruhani treffen. "Wir haben die Voraussetzungen geschaffen für eine Zusammenkunft", so Macron.
AMAZONAS: Im Kampf gegen die verheerenden Brände des Amazonas-Regenwaldes in Südamerika haben die G7-Staaten eine Soforthilfe von 20 Millionen US-Dollar zugesagt, wie der chilenische Präsident Sebastián Piñera (l.) am Montag an der Seite von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron erklärte.
In einem zweiten Schritt soll im September bei der UN-Vollversammlung eine Amazonas-Initiative gestartet werden, führte Macron aus. Dabei solle es auch um Aufforstung gehen.
HANDEL: US-Präsident Donald Trump und Japans Premier Shinzo Abe (Mitte) haben die Bühne genutzt, um zu verkünden, dass ihre Länder ein bilaterales Handelsabkommen abschliessen wollen. Die Details müssen noch ausgehandelt werden.
Der Schulterschluss mit Japan ist auch ein Hieb der USA gegen China im Handelsstreit. Nachdem sich der Konflikt der beiden grössten Volkswirtschaften übers Wochenende zugespitzt hatte, gab es am Montag von beiden Seiten versöhnliche Töne. Es gebe "sehr produktive" Gespräche chinesischer Unterhändler mit seinem Team in Washington, liess Donald Trump wissen.
Parallel bahnte sich während des Gipfels ein Handelsstreit zwischen den USA und Frankreich an. Als Reaktion auf die französische Digitalsteuer, die vor allem US-Konzerne wie Amazon, Google oder Facebook trifft, hat Donald Trump via Twitter mit Strafzöllen auf französische Weine gedroht.
BREXIT: So spassig wie das Treffen von Grossbritanniens Premier Boris Johnson (r.) mit EU-Ratspräsident Donald Tusk offenbar war: gebracht hat es nichts. Johnson will das Austrittsabkommen mit der EU weiterhin neu verhandeln, was diese weiterhin ablehnt. Johnson habe auch gar keine neuen Vorschläge im Gepäck gehabt, berichtet die dpa unter Berufung auf EU-Kreise.
US-Präsident Donald Trump unterstützt Johnsons harten Kurs, der dazu führt, dass Grossbritannien auf einen EU-Austritt ohne Abkommen zusteuert. In Biarritz kündigten Trump und Johnson nach einem gemeinsamen Frühstück an, die USA und Grossbritannien würden nach dem Brexit ein Handelsabkommen schliessen. Allerdings räumte Johnson ein, dass die Verhandlungen sehr schwierig werden dürften.
ENTWICKLUNGSHILFE: Mit den Präsidenten von Südafrika, Burkina Faso, Senegal, Ägypten und Ruanda haben Merkel und Marcon eine Partnerschaft für mehr Sicherheit und Stabilität in der Sahel-Zone geschlossen. Ende des Jahres soll es eine erste Konferenz geben. Völlig unklar blieb, wie viel Geld fliessen soll.
GESUNDHEIT: Für den Kampf gegen Aids, Malaria und Tuberkulose will die EU weitere 550 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Aus Deutschland soll binnen drei Jahren eine Milliarde Euro in den globalen Fonds zur Bekämpfung der Krankheiten fliessen, kündigte Merkel an.
RUSSLAND: Donald Trump konnte sich mit seiner Forderung, Russland wieder in den Kreis der mächtigsten Industrienationen aufzunehmen, nicht durchsetzen. Es sei zu früh für eine Rückkehr, so die Meinung der Mehrheit. Russland war 2014 wegen der Annexion der Krim und seiner Ukraine-Politik aus der Gruppe der G8-Staaten ausgeschlossen worden, die dadurch zu den G7 wurden.