SP-Bundesrat Alain Berset verabschiedet sich in die Sommerferien. In einem Interview hat der Gesundheitsminister über die derzeitige Corona-Lage und die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr gesprochen.

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Gesundheitsminister Alain Berset hat nun offiziell Ferien. "Ich freue mich sehr darauf, etwas Ruhe zu haben", sagte er im Interview mit "blick.ch".

"Ehrlich gesagt, brauche ich wirklich Erholung." Trotzdem werde er die Entwicklung der Coronavirus-Epidemie "weiter genau verfolgen".

Darum ist die Maskenpflicht nötig

Berset sprach auch über die Gründe für die ab Montag (6. Juli) geltende Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. Die Infektionszahlen hätten in der Schweiz wieder zugenommen.

Ausserdem seien nach den letzten Lockerungen wieder mehr Menschen gereist und die Entscheidung für die Maskenpflicht entspreche "dem Wunsch der Kantone und den Empfehlungen der Spezialisten". Zudem würden viele Menschen "trotz der dringlichen Empfehlung des Bundesrats im ÖV keine Maske tragen, obwohl sie den Abstand von 1,5 Metern nicht einhalten können", erklärte Berset.

"Nun, wo wir alle wieder mobiler sind, sind Masken nötig, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann", führte der Gesundheitsminister weiter aus. Ausserdem bestätigte er vorausgegangene Vermutungen, dass die Lager für Masken am Anfang der Coronakrise "zu wenig gefüllt" waren.

"Es gab am Anfang eine Zeit, in der Masken schwierig zu beschaffen waren – überall auf der Welt, nicht nur bei uns. Der Bund hat sich auch die gesetzliche Grundlage geben lassen, Material zu beschaffen", so Berset.

Berset: "Wichtig ist, dass das Contact Tracing wirklich funktioniert"

Seine kürzliche Aussage "Wir können Corona" bekräftigte Berset nochmals. "Dass die Zahlen nach den Lockerungen wieder steigen würden, war klar", sagte er.

Und weiter: "Im Gegensatz zum März wissen wir aber in der Regel, wer sich angesteckt hat. Wichtig ist, dass das Nachverfolgen der Infektionsketten gelingt, dass das Contact Tracing wirklich funktioniert."

Die Kantone müssten das Contact Tracing "mit aller Konsequenz durchführen". "Ich stelle mit Befriedigung fest, dass nun mehrere Kantone gezielt und auf ihre regionalen Bedürfnisse mit zusätzlichen Schutzmassnahmen reagieren. Das stimmt zuversichtlich."

Der Gesundheitsminister mahnte: "Alle müssen dranbleiben. Wir können das Virus nur erfolgreich bekämpfen, wenn wir das gemeinsam tun. Jeder und jede Einzelne muss mithelfen. Wenn wir nicht geeint sind, gewinnt das Virus."

Corona-Lage ist laut Berset unter Kontrolle

Er betonte aber auch: "Momentan haben wir die Lage unter Kontrolle. Die Ansteckungen betreffen zurzeit vor allem jüngere Leute und nur vereinzelt die Verletzlicheren. Die Corona-Hospitalisierungen sind zurzeit tief."

Grossveranstaltungen sollen ab Herbst wieder möglich sein. Allerdings nur, "wenn es die epidemiologische Lage zulässt", sagte Berset.

"Wir lernen jeden Tag mehr über dieses Virus und entsprechend passen wir unsere Strategie an. Ich weiss, das ist nicht einfach, aber wir müssen bescheiden und flexibel bleiben und Ungewissheit aushalten können."

Berset: "Diese Krise beweist, wie stark unser Land ist"

Der SP-Bundesrat habe in seiner politischen Karriere "schon einige schwierige Momente erlebt". "Aber nichts, wirklich gar nichts, ist mit dieser Krise zu vergleichen", sagte er.

"Ich habe viel über mich selbst gelernt. Und bin sicher, dass es allen so gegangen ist. Wir alle haben etwas über uns gelernt. Und über unser Land: Die Schweiz ist keine Schönwetterorganisation. Diese Krise beweist, wie stark unser Land ist."  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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