Kurz vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos will das Bündnis "Strike WEF" einen dreitägigen Protestmarsch von knapp 50 Kilometern zurücklegen – am liebsten mit Klimaaktivistin Greta Thunberg. Doch es gibt Bedenken.

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Das Bündnis "Strike WEF" wünscht sich, dass die 17-jährige Greta Thunberg an einem 50 Kilometer langen Protestmarsch in Richtung des Weltwirtschaftsforums nach Davos teilnimmt. Doch welche Gefahren birgt das Vorhaben für die Klimaaktivistin, deren Anwesenheit jüngst bereits chaotische Zustände auslöste?

Starten soll der geplante Marsch am kommenden Sonntagmittag, 19. Januar, nach einer Kundgebung von Klimastreikenden, Gewerkschaften und Parteien in Landquart (Graubünden). Anschliessend wollen vermutlich mehrere hundert Aktivisten eine Strecke von knapp 50 Kilometern innerhalb von drei Tagen zurücklegen.

Zu der als "Winterwanderung" bezeichneten Aktion luden die Organisatoren auch Greta Thunberg ein, wie Mediensprecherin Payal Parekh gegenüber dem Portal "20min.ch" bestätigt: "Wir stehen mit ihr in Kontakt. Bisher haben wir aber noch keine definitive Zusage."

Verda – Grüne Graubünden haben keine Sicherheitsbedenken

Greta Thunberg ist in ihrer Funktion als Symbolfigur der "Fridays for Future"-Bewegung mittlerweile häufig das Ziel von Drohungen und Hass in den sozialen Netzwerken.

Dennoch glaubt Nicolas Zogg, der Generalsekretär von Verda – Grüne Graubünden nicht, dass es Grund zur Sorge gibt. "Wir haben ein Sicherheitskonzept. Sanitäter und Peacekeeper laufen mit und auch die Behörden sind informiert", sagt er.

André Heller, Inhaber des TTI Sicherheitsdienstes, sieht das allerdings anders und hält das Konzept für nicht ausreichend. "Die einen hassen sie, die anderen lieben sie", erklärt der Experte. "Es braucht zwingend Sicherheitspersonal. Gegner können diese Wanderung stören und dann kann die Situation schnell eskalieren."

Er rät der jungen Klimaschutzaktivistin aus Schweden deshalb von der Teilnahme an der Wanderung, die am 21. Januar in Davos zu Ende gehen soll, ab. Sogenannte Peacemaker hätten schlicht nicht dieselbe Ausbildung und Erfahrung wie professionelle Personenschützer, sagt Heller weiter.

Chaotische Zustände im Dezember in Madrid

Anfang Dezember war der Andrang bei der Ankunft von Greta Thunberg am Bahnhof Madrid so gross, dass chaotische Zustände entstanden.

An einer Demonstration, die anlässlich der Weltklimakonferenz in Spanien stattfand, konnte die mittlerweile 17-Jährige deshalb nicht so aktiv mitlaufen, wie sie es in der Vergangenheit getan hatte. Des Weiteren war ein "Sit-In" abgebrochen worden, da UN-Mitarbeiter Verletzte befürchteten.

Unklar ist momentan, ob die "Winterwanderung" des Bündnisses "Strike WEF" überhaupt stattfinden wird. Regierungsrat Marcus Caduff (CVP) aus Graubünden sagte der Zeitung "SonntagsBlick", die momentanen Pläne könnten nicht bewilligt werden. Die dritte Etappe der Strecke verlaufe über eine Strasse zwischen den Orten Klosters und Davos, die aus Sicherheitsgründen freigehalten werden müsse.

Greta Thunberg: Wanderung soll trotz Hürden stattfinden

Nicolas Zogg hält allerdings an seinen Plänen fest und arbeitet momentan mit seiner Partei an einer Lösung. Er sagte "20min.ch": "Entweder schwenken wir auf den Wanderweg um, oder wir nutzen den ÖV, um nach Davos zu gelangen."

Und auch für die Sicherheit Greta Thunbergs soll ausreichend gesorgt sein, sagt Parekh: "Sollte Greta sich tatsächlich unserer Wanderung anschliessen, werden wir mit ihrem Team einen geeigneten Sicherheitsplan erstellen." (wag)  © spot on news

Greta Thunberg kontert Angriffe

Nach dem weltweiten Klimastreik vom Freitag ist Greta Thunberg besonders häufig angefeindet worden. Das lässt die junge Aktivistin nicht einfach auf sich sitzen.