Edward Snowden ist wohl der berühmteste Whistleblower der Welt. In seiner Autobiografie hat er nun Details über seine zweijährige CIA-Spionage in Genf verraten.

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Vor sechs Jahren hat Edward Snowden Dokumente zu Ausspähaktivitäten des US-Abhördienstes NSA und dessen britischen Gegenpart GCHQ an Journalisten ausgehändigt.

Doch der Whistleblower hat noch mehr Informationen mitzuteilen: Am 17. September veröffentlicht der ehemalige CIA-Undercover-Agent seine Autobiografie "Permanent Record: Meine Geschichte" mit weiteren brisanten Details. Ein Kapitel des Buches soll seine Spitzelarbeit in der Schweiz beschreiben.

Ist Genf ein kriminelles Epizentrum?

Vor seiner Zeit bei der NSA arbeitete Snowden 2007 als CIA-Undercover-Agent in Genf, in der, wie er beschreibt, "geschäftigen, sauberen, wie ein Uhrwerk funktionierenden Stadt in der Schweiz".

In einem Kapitel, das unter anderem dem "Tagesanzeiger" vorliegt, beschreibt der 36-Jährige die Stadt als Zentrum für krude Machenschaften. "Genf spielte eine wichtige Rolle als Zentrum von Privatbanken, wo sich ohne gründliche öffentliche Kontrolle riesige Geldbeträge beiseiteschaffen und ausgeben liessen, unabhängig davon, ob man diese Beträge rechtmässig oder unrechtmässig erworben hat."

Des Weiteren behauptet Snowden, dass die Amerikaner nicht nur Grossorganisationen wie die UNO mithilfe infizierter USB-Sticks ausspionierten, sondern damals auch Schweizer Ziele ins Visier genommen hätten: vor allem den Bankenplatz und grosse Telekommunikationsanbieter. Snowden habe damals anderen Agenten geholfen, bei ihren Angriffen auf die kritische Infrastruktur in der Schweiz technische Hürden zu überwinden.

"Gelobtes Land für Spione"

Für den Whistleblower sei Genf wie eine Art gelobtes Land für Spione gewesen. Es befinden sich nicht nur der zweite Hauptsitz der Vereinten Nationen, sondern auch noch die Zentralen zahlreicher spezialisierter Nebenorgane der UNO und internationale Nichtregierungsorganisationen in der Stadt.

Eine besondere Chance bot sich ihm zufolge, als die Schweizer Bankenbranche auf Digitaltechnik umstellte. "Nun, da die verborgensten Geheimnisse der Welt auf Computern gespeichert wurden, die in den meisten Fällen mit dem offenen Internet verbunden waren, war es nur logisch, dass Amerikas Geheimdienste genau diese Verbindungen nutzen wollten, um sie zu stehlen."

Zukunft in Deutschland

Die US-Regierung wirft Snowden seit seines Leaks Landesverrat vor. Nach seiner Flucht über Hongkong bekam Snowden Asyl in Russland, welches nach einer Verlängerung aktuell bis 2020 läuft.

Für die Zeit danach hofft er, politisches Asyl in Deutschland zu bekommen - denn Asyl in der Europäischen Union "würde bedeuten, dass Europa für die Vereinigten Staaten eintritt, auch in Augenblicken, wenn diese gerade nicht für sich selbst und ihre Werte einstehen können", argumentierte Snowden gegenüber der deutschen Tageszeitung "Die Welt". (jkl)  © 1&1 Mail & Media/spot on news

Reisetipps der CIA

Der Auslandsgeheimdienst der USA, die Central Intelligence Agency, kurz CIA, veröffentlicht auf ihrer Website Empfehlungen, wie man sich in den unterschiedlichsten Ländern der Welt verhalten sollte. Dabei kommen oft recht kuriose Tipps zustande.