Die Kosten für die Sanierung des Lötschberg-Scheiteltunnels sind in die Höhe geschnellt. Das von der Eisenbahngesellschaft BLS beauftragte Bauunternehmen fordert 157 Millionen Franken, den Zuschlag hatte es für 89 Millionen erhalten.

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Die Sanierung des Lötschberg-Scheiteltunnels im Wallis gerät erneut in die Kritik. Ein internes Papier der BLS-Geschäftsleitung, das der SRF-Sendung "Rundschau" vorliegt, offenbart, dass das Bauunternehmen Marti AG für die Sanierung des Tunnels zwischen Kandersteg und Goppenstein 157 Millionen Euro fordert.

Das sind 68 Millionen Franken mehr als angedacht. 2018 erhielt das Unternehmen den Zuschlag für 89 Millionen Franken. Die Marti AG nennt lauf SRF höhere Aushub- und Betonmengen als Grund für die Mehrkosten beim Gleisumbau. Bei dem Projekt werden die Gleise samt Holzschwellen und Schotter durch eine feste Fahrbahn ersetzt. Die Sanierung soll bis 2022 andauern.

"Ressourcen-Engpässe" und "fehlende Kontrollen"

Die BLS hat die Forderungen bestätigt und erklärt, dass es die Maximalforderung des Unternehmens sei. Die BLS wolle nun die Nachforderungen verhandeln, um die Mehrkosten geringer zu halten, "damit der Steuerzahler weniger berappen muss", erklärt Daniel Wyder, Leiter Infrastruktur der BLS.

Zudem hat die BLS einen Revisionsbericht in Auftrag gegeben. "Wir wollen verstehen, was genau passiert ist", sagt Wyder. In dem Bericht wird die "unvollständige und verspätete" Ausschreibung stark kritisiert. Es habe "Ressourcen-Engpässe" und "fehlende Kontrollen" gegeben.

In der Politik regt sich Widerstand gegen die Kostenexplosion. "Die Bauherrin BLS muss in der Verkehrskommission Rede und Antwort stehen, wie es so weit kommen konnte", betont Nationalrat Matthias Aebischer (SP/BE). Das zahle am Schluss der Steuerzahler, kritisiert auch Nationalrat Albert Rösti (SVP/BE). Er fordert eine Untersuchung der Geschäftsprüfungskommission (GPK).

Die Marti AG hat aufgrund des "laufenden Verfahrens" der "Rundschau" keine Stellungnahme zukommen lassen.

Lötschberg-Sanierung war bereits in der Kritik

Das Bauvorhaben war bereits in der Vergangenheit in die Schlagzeilen geraten. Mit Schwermetallen und Giftstoffen belasteter Schotter aus dem Tunnel soll im Steinbruch Mitholz illegal entsorgt worden sein. Der Steinbruch liegt oberhalb des Blausees, weshalb es dort zu einem Fischsterben gekommen sein soll.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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