Militärparade in Moskau: Russland feiert seinen Sieg über Nazi-Deutschland

Offizielle endete der Zweite Weltkrieg am 8. Mai 1945 mit der deutschen Kapitulation. Eine der vier Siegermächte, Russland, hat den 9. Mai als Nationalfeiertag in seinem Kalender verankert. Aufgrund der Corona-Pandemie fand die entsprechende Militärparade durch die Hauptstadt Moskau aber verspätet statt.

Panzer rollen durch Moskau: Gefeiert wird zum 75. Mal der Sieg über Deutschland, mit dessen Kapitulation am 8. Mai 1945 der Zweite Weltkrieg endete. Es ist die grösste Militärparade in der Geschichte Russlands.
Mehr als 13.000 Soldaten marschieren auf dem Roten Platz zu Live-Musik eines Militärorchesters auf. Nach wochenlangen Vorbereitungen ist der Moment gekommen, da alles sitzen und minutiös passen muss.
In Zeiten der Corona-Pandemie, die das grosse Ereignis um mehrere Wochen verschoben hat, müssen die Sitze auf den Zuschauer-Tribünen akribisch gereinigt und desinfiziert werden.
Russlands Verteidigungsminister Sergei Schoigu salutiert, als er an den angetretenen Soldaten vorbeifährt. Die Kritik an den Kosten der Veranstaltung, die sich auf umgerechnet zwölf Millionen Euro summieren, prallt an der Regierung ab.
Von den Dächern entlang des Zugs sichern Scharfschützen die Parade ab.
Dass die Parade auf den 24. Juni verschoben worden ist, liegt nicht nur in der Corona-Pandemie begründet. Am 24. Juni 1945 fand unter dem damaligen Diktator Josef Stalin die erste Parade nach Kriegsende statt.
Die Geschichte samt Heldengedenken sei der "Klebstoff" der Gesellschaft, schreibt die Moskauer Denkfabrik Carnegie-Center in einer Analyse.
Die Weltgesundheitsorganisation warnte vor dem Infektionsrisiko bei Massenveranstaltungen. Viele russische Städte sagten ihre Paraden wegen der Gefahr ab.
Auf dem Roten Platz in Moskau aber gilt Wladimir Putins Wort, das Gedenken an die 27 Millionen sowjetrussischer Kriegsopfer sei heilig.
Mehrfachraketenwerfer vom Typ TOS-1A Buratino sollen Russlands Wehrhaftigkeit 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und die Leistungsfähigkeit der russischen Rüstungsindustrie demonstrieren.
Staatschef Putin sieht das gerne. Die Parade wirbt zudem für seine vorgenommene Verfassungsänderung. Sie soll dem 67-Jährigen garantieren, bis 2036 an der Macht zu bleiben.
Über das Inkrafttreten der Reform lässt Putin das Volk am 1. Juli abstimmen.