• Nachdem die Volksinitiative "Ja zum Verhüllungsverbot" angenommen wurde, dürfen etwa Burka und Nikab in der Schweiz künftig nicht mehr getragen werden.
  • Ein Millionär will nun schweizweit die Bussen für Nikab-Trägerinnen übernehmen.

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Es war knapp, aber doch: Am Sonntag wurde die Initiative "Ja zum Verhüllungsverbot" mit 51,21 Prozent der Stimmen angenommen. Innerhalb von zwei Jahren müssen die Kantone ihre Gesetze nun ändern.

"Die Verfassungsbestimmung richtet sich zwar gegen alle Arten von Gesichtsverhüllung, im Zentrum der direktdemokratischen Auseinandersetzung standen aber die Burka und der Nikab", erklärte Bundesrätin Karin Keller-Sutter an der Medienkonferenz zum Abstimmungsergebnis.

Sie betonte, dass das Ergebnis "kein Votum gegen die Musliminnen und Muslime in der Schweiz war". Mit der Einführung eines Gesichtsverhüllungsverbots stehe die Schweiz auch nicht alleine da. Als Beispiele nannte Keller-Sutter Frankreich, Belgien, Österreich, Dänemark und die Niederlande, in denen ebenfalls ein Verbot gelte.

Rachid Nekkaz will Nikab-Bussen bezahlen

Ein millionenschwerer Aktivist stellt sich nun auf die Seite von Nikab-Trägerinnen, die ihren Gesichtsschleier trotz des Verbots weiterhin tragen wollen. Der algerische Politiker und Geschäftsmann Rachid Nekkaz erklärte laut "20min.ch", dass seine Organisation "Verteidigung der Freiheit" alle Bussen von Frauen zahlen würde, die freiwillig den Nikab tragen. Er übernehme bereits die Kosten für Bussen in den Kantonen Tessin und St. Gallen sowie in europäischen Ländern wie Frankreich und Belgien.

Nekkaz betonte, dass die Entscheidung des Schweizer Stimmvolks zwar zu akzeptieren sei, er aber an seinem Engagement festhalte, "die Religions- und Bekleidungsfreiheit zu verteidigen". Zwischen der Burka und dem Nikab müsse unterschieden werden. In der Burka, dem Netzschleier, sieht Nekkaz eine Unterdrückung der Frau – diese Busse würde er "niemals" bezahlen. Der Nikab jedoch sei nur ein "leichter Schleier".

Die Aktivistin Saïda Keller-Messahli, die sich für das Verhüllungsverbot engagierte, kann das Vorgehen Nekkaz‘ nicht nachvollziehen. "Er hat das Gefühl, dass er mit seinem Geld den Abstimmungsentscheid ungeschehen machen kann. Mit seiner Aktion sagt er einer Mehrheit des Schweizer Volkes, dass es falsch abgestimmt habe", lautet ihre Meinung. Dies halte sie für "anmassend".

Studentin kommt nur verschleiert in die Uni: Grüne sind gegen ein Verbot

Der Fall einer muslimischen Studentin an der Universität Kiel, die darauf besteht, nur mit einem Nikab zu den Vorlesungen zu erscheinen, hat eine neuerliche Debatte zum Thema Vollverschleierung los getreten. Die schleswig-holsteinische Jamaika-Koalition ist sich uneinig.


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