Die Schweizer sollen den öffentlichen Verkehr mehr nutzen. Eine neue Studie bietet Vorschläge, wie das erreicht werden könnte – zulasten der Autofahrer.

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Der öffentliche Verkehr (ÖV) in der Schweiz stagniert in den letzten zehn Jahren. Das geht aus einer Studie hervor, die das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) in Auftrag gegeben hat.

Vorschläge, wie dem entgegengewirkt werden kann, liefert die Studie ebenfalls. Diese könnten allerdings für Unmut bei Autofahrern sorgen.

In der Studie werden neben einem Ausbau des ÖV auch teurere und weniger Parkplätze, autofreie Zonen, Tempolimits und höhere Benzinpreise als mögliche Massnahmen aufgeführt, wie "20 Minuten" berichtet. Die Vorschläge spalten die Politik.

"Autofahren darf nicht attraktiver werden"

"Mit einer Aufhebung von Parkplätzen und Autospuren schaffen wir Platz für den öffentlichen Verkehr", sagt etwa Grünen-Nationalrat und Verkehrspolitiker Michael Töngi. "Das Parlament hat gerade die Erweiterung von Kapazitäten für die Nationalstrassen beschlossen. Das ist der falsche Weg. Autofahren darf nicht attraktiver werden", stellt Töngi klar.

CVP-Nationalrat und Litra-Präsident Martin Candinas sieht den Bund in der Verantwortung: "Der Bundesrat müsste in seinen Legislaturzielen die Steigerung des ÖV-Anteils gemessen am Gesamtverkehr wieder aufnehmen". Für ihn stehe die Raumplanung im Vordergrund. Gerade bei neuen Überbauungen sollte von vornherein ein ÖV-Angebot vorhanden sein, damit sich die Leute erst gar nicht an die Anfahrt mit dem Auto gewöhnen können.

Anders sieht das etwa SVP-Politiker Walter Wobmann. "Es ist absurd, das Autofahren zu verteuern. Die Autofahrer zahlen schon heute am meisten", kritisiert er die Vorschläge der Studie. Nicht nur der ÖV müsse ausgebaut werden, sondern alle Infrastrukturen. "Wir haben eine massive Steigerung der Bevölkerung. Das hat Auswirkungen auf alle Verkehrsmittel", erklärt Wobmann. (cam)  © 1&1 Mail & Media / SN