• Der Bund sucht in einem Pilotprojekt seit einem knappen Jahr nach neuen Trinkwasservorkommen.
  • Auch die Kantone Solothurn und Bern sind daran beteiligt.
  • Ausgelöst wurde das Projekt durch das Verbot des Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil, das im Trinkwasser gefunden worden war.

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2019 sorgten Rückstände des Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil im Trinkwasser für grosse Aufmerksamkeit. Ende des Jahres wurde das wahrscheinlich gesundheitsgefährdende Fungizid schliesslich in der Schweiz verboten.

Seit einem knappen Jahr sucht der Bund gemeinsam mit den Kantonen Bern und Solothurn nun nach neuen Trinkwasservorkommen, wie Recherchen von Radio SRF ergaben. Demnach geht es um die Gewinnung von Trinkwasser aus Kalksteinschichten, auch Karst genannt, die tief im Boden liegen. Dazu zählt etwa der Jurakalk. Wasser, das in diese Gesteinsschichten eindringt und hindurchsickert, wird dadurch gereinigt und ist sehr sauber. Das Projekt des Bundes will herausfinden, wie dieses Wasser aus dem Jurakalk gewonnen werden kann.

"Unsere Wasserversorgung ist aktuell stark unter Druck durch verschiedene Stoffe aus der Landwirtschaft oder Siedlungen", sagt Rainer Hug, Grundwasserspezialist beim Kanton Solothurn, dem SRF. Dazu komme der Klimawandel, der der Schweiz vermehrt trockene Sommerperioden beschere und die Wasserversorgung unter Druck setze. Es koste immer mehr Mühe, die Wasserfassungen vor Beeinträchtigungen zu schützen. Deshalb müsse man sich Gedanken zur künftigen Wasserversorgung der Schweizer Bevölkerung machen.

Vielversprechendes Projekt: Ergebnisse von Genf bis Zürich anwendbar

Ein Westschweizer Institut führt das Projekt gemeinsam mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) mit dem Arbeitstitel "Karstwasser zu Trinkwasser" durch. Projektleiter Michael Sinreich vom BAFU erklärt, dass es vor allem darum gehe, eine Alternative zur heutigen Wasserversorgung zu finden.

Ein Schlussbericht steht zwar noch aus, dennoch ist das Projektteam laut SRF zufrieden mit den Ergebnissen, was die verfügbare Wassermenge als auch mögliche Fassungspunkte anbelangt. Allein im Gebiet zwischen La Neuveville und Aarau gebe es "eine sehr relevante Menge Trinkwasser" für über 500.000 Menschen, sagt Rainer Hug. Die etwaige Umstellung der Schweizer Wasserversorgung ist jedoch mit Schwierigkeiten verbunden.

Es müssten noch mehr Abklärungen getroffen werden, erklärt Michael Sinreich vom BAFU. Später würden auf das betroffene Gebiet Bohrungen, Leitungen und Pumpwerke zukommen. Es müsste auch überlegt werden, was mit der bestehenden Infrastruktur passieren soll. Rainer Hug vom Kanton Solothurn ist dennoch überzeugt: "Man kann die Ergebnisse dieses Projektes auf den ganzen Jurasüdfuss, von Genf bis Zürich anwenden", sagt er. Die nächsten Abklärungen in Solothurn wolle man in der Region Gäu vornehmen.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

Rückruf: Mineralwasser mit Lösungsmittel verunreinigt

Die Markengetränke Schwollen GmbH ruft Mineralwasser wegen möglicher Verunreinigungen zurück. Die Ware wurden bereits im Einzelhandel verkauft. Es handelt sich um das Mineralwasser "Berg Quelle Medium Mehrweg Glasflasche 0,75l". Der Hersteller informiert seine Kunden auf seiner Website.