• Am Montag dürfen rund 67 Millionen Bürgerinnen und Bürger wählen.
  • Als Favorit gilt Ferdinand "Bongbong" Marcos Jr..
  • Der Sohn des langjährigen Diktators hat laut Umfragen bei der Präsidentschaftswahl in dem südostasiatischen Inselstaat die Nase vorn.

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Auf den Philippinen sind an diesem Montag rund 67 Millionen Bürger zur Wahl eines Nachfolgers für den scheidenden Präsidenten Rodrigo Duterte aufgerufen. Als grosser Favorit gilt der Sohn des 1989 gestorbenen langjährigen Diktators Ferdinand Marcos. In den letzten Umfragen lag Ferdinand "Bongbong" Marcos Jr. deutlich vorne. Gewinnt er, so würde seine Familie 36 Jahre nach ihrer Vertreibung in den Malacañang-Palast in der Hauptstadt Manila zurückkehren.

Duterte nicht für zweite Amtszeit zugelassen

An zweiter und dritter Stelle lagen in den Umfragen Vizepräsidentin Leni Robredo und der frühere Box-Weltmeister Manny Pacquiao. Insgesamt bewerben sich neun Kandidaten und eine Kandidatin um das Amt. Es gewinnt, wer die meisten Stimmen auf sich vereinen kann. Gewählt wird der Präsident für sechs Jahre. Die Wahllokale sind von 6.00 bis 19.00 Uhr (0.00 bis 13.00 Uhr MESZ) geöffnet. Erste Ergebnisse werden noch am Wahlabend oder am Dienstagmorgen erwartet.

Duterte hat den Wahltag zum Feiertag erklärt, damit möglichst viele Menschen abstimmen können. Der Politiker ist wegen seines extrem harten Kampfs gegen Drogenkriminalität umstritten und darf laut Verfassung nicht für eine zweite Amtszeit kandidieren. Seine Tochter Sara Duterte-Carpio, derzeit Bürgermeisterin der Millionenstadt Davao im Süden des Landes, kandidiert an der Seite von Ferdinand "Bongbong" Marcos Jr. als Vizepräsidentin.

Politik des Landes könnte wieder autoritärer werden

Politische Beobachter warnen, dass der südostasiatische Inselstaat unter der Führung des 64-Jährigen in eine noch autoritärere Richtung steuern könnte. Das Marcos-Regime unter Ferdinand (1917-1989) und seiner exzentrischen Frau Imelda (heute 92) machte einst mit Mord, Folter und dem spurlosen Verschwinden politischer Gegner von sich reden.

Die beiden sollen im Laufe der Jahre auch Milliardensummen aus der Staatskasse abgezweigt haben. Als Marcos 1986 gestürzt wurde und das Paar die Philippinen Richtung USA verlassen musste, sollen in Imeldas Schränken Tausende Paar Designerschuhe, mehr als 800 Handtaschen und rund 500 Abendroben gefunden worden sein.

Ende 2016 wurde Marcos auf dem Heldenfriedhof der Philippinen in Manila beigesetzt - 27 Jahre nach seinem Tod auf Hawaii. Frühere Präsidenten hatten dies stets abgelehnt. Duterte, der seit 2016 im Amt ist, werden aber enge Verbindungen zur Familie Marcos nachgesagt. (sbi/dpa)

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