• Am Mittwoch (9. Juni) hat der Nationalrat die Stabilisierung der Alters- und Hinterlassenenversicherung gebilligt.
  • Teil davon ist die Erhöhung des Rentenalters für Frauen von 64 auf 65 Jahre.
  • Über mögliche Ausgleichsmassnahmen wird noch diskutiert.

Mehr aktuelle News finden Sie hier

Das Rentenalter von Frauen in der Schweiz wird von 64 auf 65 Jahre erhöht. Das entschied am Mittwoch (9. Juni) der Nationalrat, indem er einer Reform der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) zustimmte. Unklarheit besteht derzeit noch in Bezug auf die Ausgleichsmassnahmen für die Frauen, die als erste das neue Renten-Referenzalter 65 erreichen.

Wie unter anderem "Bluewin" berichtet, stimmte der Nationalrat der Reform mit 126 zu 67 Stimmen zu, die Nein-Stimmen kamen von SP und Grünen. Insgesamt wird die AHV durch die Erhöhung des Rentenalters für Frauen über die kommenden zehn Jahre um zehn Milliarden Franken entlastet, allein 2031 betragen die Einsparungen 1,4 Milliarden Franken. Einige Punkte sind jedoch noch ungeklärt.

Beispielsweise, wie genau die Ausgleichszahlungen für diejenigen aussehen werden, die das neue Rentenalter als Erste erreichen werden. Der Nationalrat ist sich in diesem Punkt mit Bundesrat und Ständerat uneins. Er favorisiert, träte die Revision im kommenden Jahr in Kraft, Ausgleichszahlungen für die Jahrgänge 1959 bis 1964.

Im Detail sollen nach Einkommen abgestufte Zuschläge auf die Renten ausgezahlt werden: bei Einkommen bis zu 57.360 Franken in Höhe von 150 Franken, bei bis zu 71.700 Franken in Höhe von 100 Franken und bei noch höheren Einkommen in Höhe von 50 Franken.

Die Kosten für die Ausgleichszahlungen, die der Nationalrat anvisiert, würden sich im teuersten Jahr 2028 auf 670 Millionen Franken belaufen - und somit laut Berechnungen knapp 40 Prozent der durch die Rentenalterserhöhung für Frauen eingesparten zehn Milliarden Franken in zehn Jahren aufwenden.

Ausgleichszahlungsmodell: Die Vorschläge von Ständerat und Bundesrat

Der Ständerat favorisierte im Frühjahr eine geringere Aufwendungshöhe für die Kompensation der Frauen: nur 22 Prozent. Dabei will er zwar mehr Jahrgänge - insgesamt neun - berücksichtigen, die Zuschläge sollen jedoch bei 150 Franken gedeckelt und nach dem Zeitpunkt der Pensionierung abgestuft werden.

Ähnlich stellt sich auch der Bundesrat, dessen Vorschlag von Gesundheitsminister Alain Berset favorisiert und dem Nationalrat vorgeschlagen wurde, das Ausgleichszahlungsmodell vor. Unter Berücksichtigung von ebenfalls neun Jahrgängen würden hier insgesamt 33 Prozent der Einsparungen benötigt.

Eine weitere Massnahme, die die AHV zukünftig entlasten soll, ist eine Mehrwertsteuererhöhung. Sie wird in unterschiedlicher Form von Bundesrat, Ständerat und Nationalrat unterstützt. Ausserdem will sich der Nationalrat bei der Nationalbank bedienen - genauer gesagt bei Gewinnen aus Negativzinsen.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

Regierungsberater schlagen Rente mit 68 vor

Was kommt auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in einer immer älter werdenden Gesellschaft zu? Experten warten für das Haus von Wirtschaftsminister Altmaier mit Vorschlägen voller Zündstoff auf.