• DSDS-Juror Dieter Bohlen hat sich ablehnend über die Sanktionen gegen Russland geäussert.
  • Damit sorgte der Musikproduzent für Unverständnis und jede Menge Kritik.
  • Nun meldet sich der 68-Jährige zu Wort und nimmt Stellung zu den Vorwürfen.

Mehr aktuelle News finden Sie hier

Der Musikproduzent und DSDS-Juror Dieter Bohlen hat mit ablehnenden Äusserungen über die Sanktionen gegen Russland für Unverständnis gesorgt. In den sozialen Medien und auch von prominenten Stimmen wie SPD-Chefin Saskia Esken hagelte es Kritik. Bohlen wehrt sich nun gegen die Vorwürfe und sagt: "Ich bin absolut gegen den Krieg."

Zuvor hatte ein Video Unmut ausgelöst, in dem der 68-Jährige bei einer Podiumsveranstaltung der Business-Plattform "Entrepreneur University" spricht. Mit Blick auf die Politik zum Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine sagt Bohlen in dem Video: "Wenn die diese Sanktionen zum Beispiel nicht gemacht hätten und man hätte sich vernünftig an einen Tisch gesetzt, ja, dann bräuchten die Leute jetzt nicht diesen ganzen Firlefanz machen."

Weiter sagt der Musikproduzent in dem kurzen Clip: "Jetzt müssen wir frieren, jetzt müssen wir dies und das, das ist doch alles scheisse aus meiner Sicht."

Bohlen-Video entstand Ende August

Das Video entstand bereits Ende August, am Mittwoch (12. Oktober) begann es sich dann rasend schnell in den sozialen Medien zu verbreiten. Auch SPD-Chefin Esken reagierte - mit Empörung: "Wie moralisch verkommen muss man sein, für einen billigen Applaus diesen entsetzlichen Krieg auszublenden, die Angst und das Leid und den Tod, die er verursacht?", twitterte Esken. "Und sich über das Frieren 'und all den Firlefanz' zu beklagen, das ihn als Superreichen doch ohnehin nicht trifft?"

Aber Bohlen bekam durchaus auch Zuspruch für seine Kritik an den Sanktionen. Zum Beispiel von AfD-Chef Tino Chrupalla, der via Twitter verkündete, Bohlen vertrete den Standpunkt der AfD. "Ohne Sanktionen bräuchten die Bürger nicht zu frieren. Die Sanktionen treffen nicht Russland, sondern die eigenen Bürger. Danke für den Mut zur Wahrheit, Herr #Bohlen!"

Ihm wegen seiner Äusserungen eine politische Richtung zu unterstellen, sei falsch, teilte Bohlen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) daraufhin am Donnerstag mit. "Ich wünsche mir nichts mehr, als dass dieser Angriffskrieg endet, damit das Leiden in der Ukraine ein Ende hat und wir alle wieder in Frieden leben können. Ich bin absolut gegen Krieg. Ich möchte, dass die Lage deeskaliert." Konkret zu den Sanktionen äusserte er sich zunächst nicht weiter.

Als Reaktion auf den im Februar von Russland begonnenen Krieg gegen die Ukraine verhängten viele westliche Staaten - darunter auch Deutschland - umfangreiche Sanktionen. Diese sollen dem Kreml vor allem die Finanzierung des Krieges erschweren. Zu den Strafmassnahmen der EU zählt etwa ein weitgehendes Öl-Embargo. Auf Eis liegt nun auch das Gas-Pipeline-Projekt Nord Stream 2.

Wladimir Klitschko erschüttert über Bohlen

Bohlen sitzt derzeit in der Jury der letzten Staffel der RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS), deren Ausstrahlung für Anfang 2023 geplant ist. Auch RTL äusserte sich daher auf dpa-Anfrage: "Das Sterben in der Ukraine kann niemandem egal sein. RTL Deutschland berichtet seit Februar ausführlich in zahlreichen, teils ganztägigen Sondersendungen bei RTL, ntv und auf seinen digitalen News-Angeboten über den Krieg, um die Menschen hierzulande umfassend auf dem Laufenden zu halten", teilte eine Sprecherin mit.

Wladimir Klitschko äusserte sich indes erschüttert über Bohlen. "Ist Dir, Dieter Bohlen, es egal, wenn bei uns Menschen sterben? Ist Dir egal, dass Putin unser Land mit Raketen zerstören will?", fragte Klitschko bei Twitter.

In der Sendung "Bild Live" lud der Ex-Boxweltmeister Bohlen nach Kiew ein: "Wenn Dieter Bohlen in die Ukraine reist und es mit eigenen Augen sieht, wie das Land während des Krieges funktioniert, dann wird es ihm helfen, die Welt besser zu verstehen." (pak/dpa)

Sabotage an Nord-Stream-Pipelines? Von der Leyen droht mit harten Konsequenzen

Der Verdacht einiger Politiker, dass Sabotage für die Lecks in den beiden Nord-Stream-Pipelines verantwortlich ist, wird immer grösser. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen äussert sich dazu auf Twitter.
Teaserbild: © IMAGO/Future Image/IMAGO/Philipp Mertens