Um die steigende Unfallrate bei E-Bike-Fahrern zu reduzieren, hat der Bundesrat neue Massnahmen vorgeschlagen, die für mehr Sicherheit im Strassenverkehr sorgen sollen. Der Dachverband Pro Velo nimmt zwei der Vorschläge an, lehnt einen anderen jedoch ab.

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355 Personen sind 2019 mit dem E-Bike schwer verunglückt, elf davon haben sogar ihr Leben gelassen. Die Zahl der E-Bike-Unfälle steigt nach wie vor an. Dem will der Bundesrat entgegenwirken, indem strengere Bussen für Velo-Fahrer gelten.

Vorschlag: Tacho-, Licht- und Helmpflicht für E-Biker

E-Biker, die bis zu 45 Kilometer pro Stunde erreichen, sollen sich künftig mit einem Tacho ausstatten, um die Geschwindigkeitsvorgaben einzuhalten, schlägt der Bundesrat in einer Mitteilung vor. Fährt man ohne den Geschwindigkeitsmesser, folgt eine Busse von 20 Franken. Wer die Höchstgeschwindigkeit missachtet, wird mit einem Bussgeld von 30 Franken bestraft.

Um die Sicherheit zu verbessern, soll für E-Biker künftig eine Helmpflicht gelten. Zudem sollen sie auch tagsüber mit Licht fahren. 2018 hätte man durch diese Massnahmen 33 Unfälle verhindern können, heisst es vonseiten des Bundesrats.

Helmpflicht ist nicht "zielführend"

Der Dachverband Pro Velo begrüsst zwei der drei vorgeschlagenen Massnahmen. Eine Helmpflicht lehnt Pro Velo jedoch ab. "In den vergangenen Jahren hat die Anzahl der Personen, die sich bei Unfällen mit langsamen Elektrovelos verletzt hat, im selben Umfang zugenommen, wie die E-Bike-Verkaufszahlen. Dadurch hat sich auch die Zahl der Verunfallten auf diesen Fahrzeugen erhöht", begründet der Verband seine Ablehnung in einer Mitteilung. E-Bikes seien nicht besonders gefährlich. Eine Helmpflicht sei nicht zielführend, auch weil dadurch künftig weniger Menschen Velo fahren würden.

Was jedoch die Lichtpflicht und die Geschwindigkeitsbegrenzungen angeht, pflichtet Pro Velo dem Bundesrat bei. "Fahren mit Licht am Tag und das Einhalten von Höchstgeschwindigkeiten kann tatsächlich Unfälle verhindern." Die technischen Voraussetzungen seien bei den meisten E-Bikes gegeben.  © 1&1 Mail & Media/spot on news