• Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hat von seinem slowakischen Amtskollegen einen neuen Schal geschenkt bekommen.
  • Orban hatte vor ein paar Tagen erst einen Schal mit den Umrissen des historischen Grossungarn bei einem Fussballspiel getragen und Kritik auf sich gezogen.

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Der slowakische Premierminister Eduard Heger hat dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban einen Schal in den slowakischen Nationalfarben und mit der Aufschrift "Slovakia" geschenkt. "Mir ist aufgefallen, dass Viktor Orban einen alten Schal hat, darum habe ich ihm einen neuen geschenkt", schrieb Heger am Donnerstag auf Facebook.

Auch Orban teilte das Bild auf seinem Social-Media-Kanal.

Der Schal, mit dem sich Orban kürzlich nach einem Fussballspiel in Ungarn gezeigt hatte, gilt als umstritten. Darauf waren die Umrisse des historischen Grossungarn zu sehen – ein Symbol ungarischer Nationalisten.

Dass Orban den Schal trug, hatte vor allem in Rumänien und der Ukraine für Empörung gesorgt. Zu Grossungarn gehörten bis zum Ende des Ersten Weltkriegs die heutige Slowakei sowie Teile der Nachbarländer Ungarns.

Die vier Regierungschefs der Visegrad-Gruppe (V4) – Ungarn, Slowakei, Polen, Tschechien – trafen sich in der ostslowakischen Regionalhauptstadt Kosice. Der Krieg in der Ukraine und seine Auswirkungen waren das Hauptthema, wie das Regierungsamt in Bratislava mitteilte. Mit Ausnahme Tschechiens, das derzeit den EU-Vorsitz führt, grenzen die Länder der V4-Gruppe an die von Russland angegriffene Ukraine. Im Unterschied zu Ungarn gehören die drei slawischen V4-Länder zu den entschlossensten politischen und militärischen Unterstützern der Ukraine.

Orban: Bremsen bei Nato-Beitritt von Schweden und Finnland nicht

Thema war auch der Nato-Beitritt von Schweden und Finnland. Nach Aussage von Orban unterstützt Ungarn weiterhin die Ratifizierung. Seine Regierung habe sich bereits entschieden, sagte er nach Angaben der slowakischen Nachrichtenagentur TASR am Donnerstag nach dem Treffen. "Wir haben Schweden und Finnland auch schon darüber informiert. Sie sind um keine einzige Sekunde der Mitgliedschaft gekommen", zitierte TASR den nationalkonservativen Politiker.

Orbans Regierung hatte den Entwurf des Ratifizierungsgesetzes bereits vor Wochen im Parlament eingereicht. Allerdings setzte ihn die von Orbans Partei kontrollierte Volksvertretung bisher nicht auf die Tagesordnung. Auch die Ratifizierung durch die Türkei steht noch aus.

Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki sagte, Orban habe seinen Amtskollegen bei dem Treffen versprochen, dass die Ratifizierung bei der ersten Parlamentssitzung nach dem Jahreswechsel auf die Tagesordnung komme. "Zur Ratifizierung kommt es also in etwa einem Monat oder zwei", zitierte TASR den polnischen Ministerpräsidenten. (dpa/ari)