• Die Türkei liegt mit Griechenland bereits seit geraumer Zeit über Kreuz.
  • Manch ein Beobachter befürchtet sogar, dass es zu einem offenen Konflikt zwischen den Ländern kommen könnte.
  • Der türkische Präsident hat Deutschland aufgefordert, sich in dem Zwist zwischen Ankara und Athen neutral zu verhalten.

Mehr aktuelle News

Vor dem Hintergrund der Spannungen mit Athen hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan eine "neutrale Haltung" von Deutschland gefordert. Das habe Erdogan Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in einem Telefonat am Dienstag mitgeteilt, hiess es in einem Tweet des türkischen Kommunikationsministeriums.

Die Beziehungen zum Nachbarn Griechenland sind derzeit auf einem Tiefpunkt. Ankara argumentiert, Athen verstosse mit der Militarisierung von Inseln in der Ost-Ägäis gegen internationale Verträge.

Griechenland begründet sie mit einer Bedrohung durch Ankara und dem Recht auf Selbstverteidigung. Erdogan hatte Griechenland zuletzt wiederholt mit dem Satz gedroht: "Wir könnten plötzlich eines Nachts kommen."

Bei seinem Antrittsbesuch in Athen hatte Scholz Griechenland gegen die Drohungen der Türkei in Schutz genommen. Griechenland hatte auch entschieden, die ersten sechs im Zuge eines Ukraine-Ringtauschs gelieferten deutschen Marder-Schützenpanzer an der Grenze zur Türkei zu stationieren.

Regierungssprecher: Erdogans Griechenland-Forderung war kein Thema

Erdogan habe in dem Telefonat mit Scholz nun zudem angeregt, den Dialog zwischen Ankara und der Europäischen Union, die Gespräche über die Aktualisierung der Zollunion und die Beitrittsverhandlungen wiederzubeleben.

Die 2005 begonnenen EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei liegen bereits seit mehreren Jahren wegen der aus Brüsseler Perspektive unbefriedigenden Entwicklungen in dem Land auf Eis.

In der Erklärung des deutschen Regierungssprechers Steffen Hebestreit zu dem Telefonat war Erdogans Forderung hinsichtlich Griechenland kein Thema - dort hiess es nur, der Kanzler und der türkische Präsident hätten sich über die "Lage in der Region" ausgetauscht.

Zudem lobte Scholz demnach den Einsatz der Türkei zur Fortsetzung der ukrainischen Getreideexporte über das Schwarze Meer. Der Kanzler wies demnach erneut die russischen Anschuldigungen zurück, dass die Ukraine den Einsatz einer radioaktiven "schmutzigen Bombe" vorbereite.

"Der Bundeskanzler und der türkische Staatspräsident waren sich einig, dass Russlands nukleare Rhetorik unverantwortlich sei", erklärte Hebestreit. (dpa/thp)