Wo ist der Todesschütze von Strassburg? Polizei und Bürger sind auch in der Schweiz in Alarmbereitschaft. In einem Zug ist es zwischen Basel und Zürich am Donnerstagmorgen zu einem Einsatz gekommen: Ein Passagier wollte den Verdächtigen erkannt haben.

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Nach dem Terroranschlag auf den Strassburger Weihnachtsmarkt sucht die Polizei nun mit einem Fahndungsfoto nach dem mutmasslichen Angreifer. Auch die Schweiz hat ihre Grenzkontrollen verstärkt.

Am Donnerstagmorgen ist in einem Zug von Basel nach Zürich in Frick ein Verdächtiger kurzzeitig festgehalten worden. Ein Passagier wollte den mutmasslichen Täter Chérif Chekatt erkannt haben, hatte sich jedoch geirrt. Der zu Unrecht beschuldigte Mann wurde umgehend wieder freigelassen.

"Sicherlich sehr unangenehm"

Die Website "20min.ch" zitiert eine Mitreisende, die den Einsatz live mitbekommen hatte: "Andere Passagiere stiegen in Frick ein. Einer meinte 'Ist etwas im Zug passiert? Es tut sich etwas, die Polizei ist da. Ich glaube, jemand wurde aus dem Zug geholt'."

Beim Abfahren des Zuges habe die Dame noch gesehen, wie ein junger Mann mit "etwas arabischen Touch" von Polizisten umringt wurde.

"Für den Passagier war das sicherlich sehr unangenehm", sagte ein Polizeisprecher später.

Der mutmassliche Täter

Bei den Schüssen auf dem Strassburger Weihnachtsmarkt am Dienstagabend waren drei Menschen getötet worden, ein Opfer ist hirntot, zwölf Menschen wurden verletzt.

Der Täter hatte mit einer Handfeuerwaffe geschossen und mit einem Messer auf Menschen eingestochen, ehe er mit einem Taxi entkommen konnte. Zusätzliche Rätsel gibt ein mysteriöser Anruf auf, den er kurz vor der Tat aus Deutschland erhalten haben soll.

Der mutmassliche Täter heisst Chérif Chekatt, ist 29 Jahre alt und ein vorbestrafter Franzose mit algerischen Wurzeln. Er verbrachte bereits mehr als fünf Jahre im Gefängnis, wo er sich radikalisiert haben könnte. Auch in der Schweiz sass er wegen Einbruchs mehr als ein Jahr ab.

Nicht auszuschliessen ist jedoch auch, dass die Tat eine spontane Reaktion war: Am Dienstagmorgen wollte ihn die Polizei wegen eines mutmasslich versuchten Tötungsdeliktes festnehmen. (mia)  © 1&1 Mail & Media / SN