Über acht Jahre Leid und Tod: Eine Chronologie des Syrien-Krieges

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Der Krieg in Syrien hat das Land schwer gezeichnet. Eine Chronologie.

Seit mehr als acht Jahren tobt der Bürgerkrieg in Syrien. Hunderttausende Menschen verloren durch den Konflikt ihr Leben, Millionen befinden sich auf der Flucht. Frieden ist nicht in Sicht. Eine Chronologie der wichtigsten Ereignisse im syrischen Bürgerkrieg.
März 2011: Im Zuge des Arabischen Frühlings beginnen auch in Syrien Demonstrationen gegen die Regierung. Das Regime von Baschar al-Assad geht dagegen vor. Die Gewalt eskaliert zum Bürgerkrieg.
August 2013: Bei einem Bombardement in der Nähe von Damaskus wird nach UN-Angaben das Giftgas Sarin eingesetzt. Mehr als 1.400 Menschen kommen laut US-Geheimdiensten ums Leben. Rebellen und Regime machen sich gegenseitig für den Angriff verantwortlich.
Januar 2014: In der Schweiz beginnen erste direkte Friedensgespräche der Kriegsparteien. Das Treffen in Genf bleibt ergebnislos - wie später auch weitere Verhandlungen etwa in Astana und Wien.
Juni 2014: Laut der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) sind die letzten chemischen Kampfstoffe Syriens ausser Landes gebracht worden. Es gibt aber Zweifel, ob alle Bestände offengelegt wurden.
September 2014: Die USA und ihre Verbündeten bombardieren erstmals Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Nordostsyrien.
September 2015: Assads Schutzmacht Russland greift in den Krieg ein. Die Angriffe richten sich gegen den IS und gemässigtere Regimegegner.
August 2016: Türkische Bodentruppen beginnen eine Offensive im Nachbarland. Ankara geht es auch darum, einen weiteren Vormarsch syrischer Kurden - Verbündete der USA - zu verhindern.
Dezember 2016: Syrische Regierungstruppen kontrollieren erstmals seit mehr als vier Jahren vollständig die Rebellen-Grossstadt Aleppo.
April 2017: Nach einer Giftgasattacke auf den Ort Chan Scheichun mit mehr als 80 Toten greifen die USA einen syrischen Militärstützpunkt an. UN und OPCW machen Damaskus für den Sarin-Angriff verantwortlich.
Oktober 2017: Ein kurdisch geführtes Bündnis befreit Al-Rakka vom IS. Damit verlieren die Dschihadisten ihre wichtigste Hochburg in Syrien.
April 2018: Als Vergeltung für einen mutmasslichen Giftgasangriff der Regierung auf die von Rebellen kontrollierte Stadt Duma in Ost-Ghuta feuern die West-Alliierten Raketen auf militärische Ziele ab.
September 2018: Russland und die Türkei vereinbaren, in Idlib eine demilitarisierte Pufferzone einzurichten. Doch diese gibt es bis heute nicht. Eine Militäroffensive auf eine der letzten verbleibenden Rebellenhochburgen ist damit noch nicht endgültig vom Tisch.
18. Dezember 2018: Die letzte grosse Bastion der Terrormiliz IS fällt: Die Demokratischen Kräfte Syriens (DKS) nehmen Hadschin im Osten des Landes ein. Jedoch kontrolliert der IS weiterhin einige Dörfer und Teile der Badija-Wüste.
19. Dezember 2018: US-Präsident Donald Trump ordnet - selbst für Verbündete völlig überraschend - den Abzug der US-Truppen aus Syrien an. Die USA hätten das "territoriale Kalifat" des IS besiegt, heisst es aus dem Weissen Haus.
7. Oktober 2019: US-Präsident Trump gibt bekannt, dass er auch die verbleibenden US-Truppen aus dem Norden Syriens abziehen wird. Bereits kurz darauf zeichnet sich eine bevorstehende Militäroperation der Türkei in dem von Kurden kontrollierten Gebiet ab.
9. Oktober 2019: Die Türkei beginnt die "Operation Friedensquelle", Bodentruppen marschieren über die türkisch-syrische Grenze. Ziel der Operation ist laut türkischer Regierung die Bekämpfung der YPG-Miliz, die in der Türkei als Terrororganisation betrachtet wird.
15. Oktober 2019: Zwischen den türkischen und syrischen Streitkräften patrouilliert inzwischen das russische Militär. Man werde eine "direkte Konfrontation zwischen türkischer und syrischer Armee nicht zulassen" heisst es aus russischen Regierungskreisen. Als Reaktion auf die türkische Offensive verhängte US-Präsident Trump Sanktionen gegen die Türkei und ausgewählte Minister.