• In der Nacht auf Sonntag ist die Türkei mit zahlreichen Luftangriffen gegen kurdische Milizen in Syrien und im Irak vorgegangen.
  • Das Land macht die Kurden für den Anschlag in Istanbul am 13. November verantwortlich.
  • Auch Bodenoffensiven schliesst der türkische Präsident Erdogan nicht aus.

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zieht nach Luftangriffen auf kurdische Stellungen in Syrien und Irak auch Bodenoffensiven in Betracht. Es stehe ausser Frage, dass man sich nicht auf Lufteinsätze beschränke, "es muss entschieden werden, wie viele Kräfte sich von den Bodentruppen beteiligen müssen, und dann werden Schritte unternommen", sagte Erdogan laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Montag. Konkreter wurde er nicht.

Die Türkei war in der Nacht auf Sonntag gegen die YPG und die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK mit zahlreichen Luftangriffen im Nordirak und in Nordsyrien vorgegangen. Dabei seien mindestens 35 Menschen getötet worden, meldete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Kurdische Milizen hatten Vergeltung angekündigt. Sonntag und Montag meldete die Türkei Beschuss mit Toten und Verletzten an der Grenze zu Syrien.

Türkei machte PKK-Anhängerin für Anschlag in Istanbul verantwortlich

"Die Luftoperation 'Klauenschwert' wurde im Rahmen unserer Strategie zur Ausrottung des Terrorismus [...] und zur Unterbindung von Terrorangriffen gegen unser Volk und unsere Sicherheitskräfte aus dem Nordirak und Syrien erfolgreich ausgeführt", erklärte das Verteidigungsministerium. Der türkische Präsident hatte schon seit Mai mit einer neuen Offensive gegen kurdische Einheiten in der Region gedroht und gab nun den Befehl für den Beginn des Einsatzes.

Die Angriffe richteten sich nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums gegen Stützpunkte der PKK und der YPG, die Ankara als syrischen Ableger der PKK betrachtet. Nach Angaben des von kurdischen YPG-Einheiten angeführten Militärbündnisses SDF wurde unter anderem Kobane im Norden Syriens bombardiert. Insgesamt seien 89 Ziele wie Bunker, Tunnel und Munitionsdepots "zerstört" und "viele Terroristen neutralisiert" worden, erklärte das türkische Verteidigungsministerium weiter.

Die Türkei hatte am Montag eine angebliche PKK-Anhängerin aus Syrien für den Anschlag in Istanbul verantwortlich gemacht, bei dem am Sonntag vergangener Woche sechs Menschen getötet und mehr als 80 weitere verletzt worden waren. Die Frau soll ihre Anweisungen demnach in Kobane erhalten haben. Sowohl die PKK als auch die syrischen Kurden wiesen jegliche Verantwortung für den Anschlag zurück. (pak/dpa/AFP)  © dpa

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