Bei einem Messerangriff auf einen Wahlkampfstand sind in der Türkei fünf Mitglieder der oppositionellen Iyi-Partei verletzt worden. Einer musste operiert werden.

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Rund sieben Wochen vor den Wahlen in der Türkei sind in Istanbul mehrere Anhänger einer Oppositionspartei mit Messern und Schlagstöcken attackiert worden.

Zwischen 50 und 60 Unbekannte seien am Sonntagabend auf einen Wahlkampfstand der Iyi-Partei im Stadtteil Bagcilar zugestürmt und hätten fünf Parteianhänger verletzt, sagte Dursun Aksu, Generalsekretär der Partei für die Provinz Istanbul. Zwei der Verletzten müssten im Krankenhaus behandelt werden. Einer sei am Auge operiert worden.

Acht mutmassliche Täter festgesetzt

Die Nachrichtenagentur DHA meldete am Montag, inzwischen seien acht der mutmasslichen Täter festgenommen worden.

Die Iyi-Partei (Gute Partei) erklärte auf Twitter: Der Angriff sei von "Feinden der Demokratie" verübt worden. Es handele sich um den "Wahnsinn von Verzweifelten", die das Ziel hätten, das Volk zu polarisieren.

Die nationalkonservative Iyi Partei wurde Ende Oktober als Abspaltung von der ultranationalistischen MHP von der früheren Innenministerin Meral Aksener gegründet.

Aksener tritt bei den Präsidentenwahlen am 24. Juni gegen Staatschef Recep Tayyip Erdogan an. Am selben Tag wählen die Türken auch ein neues Parlament.

Für die Parlamentswahl bildet die Iyi-Partei unter anderem mit der grössten Oppositionspartei CHP und der islamistischen Saadet-Partei ein Bündnis. Erdogans islamisch-konservative AKP bildet eine Wahlallianz mit der MHP.  © dpa

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