Eskalation in der Ukraine: Nicht nur im Osten, auch im Süden eskaliert die angespannte Situation zwischen prorussischen Separatisten und Anhängern der Regierung in Kiew. Alle weiteren Entwicklungen in der Ukraine lesen Sie hier im Ticker.

17:10 Uhr: Bei Krawallen im südukrainischen Odessa zwischen prorussischen Separatisten und Unterstützern der Kiewer Regierung soll ein Mann erschossen worden sein. Wie die Polizei in Odessa berichtete, sei der Mann in die Brust getroffen worden.

16:30 Uhr: Die Bundesregierung sorgt sich um die in der Ostukraine festgehaltenen OSZE-Beobachter. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen erklärte, der Zustand der vier deutschen Geiseln sei am Freitagmorgen noch den Umständen entsprechen gut gewesen, "doch die Lage ist durch die jüngste Eskalation nicht einfacher geworden." Sie hoffe dass die Verhandlungen in Slawjansk zur Freilassung keinen Rückschlag erleiden. Laut Aussenminister Frank-Walter Steinmeier seien die Gespräche aktuell "in einer sensiblen Phase".

15:55 Uhr: Wie russische Medien berichten, fordert Russland, dass sich der UN-Sicherheitsrat mit der ukrainischen Offensive gegen prorussische Separatisten in Slawjansk befasst.

Gasversorgung nur bis Ende Mai gesichert

15:50 Uhr: Russland garantiert Europas Gasversorgung nur noch bis Ende Mai zu. Das sagte der EU-Energiekommissar Günther Oettinger in Warschau nach Gesprächen mit den Energieministern Russlands und der Ukraine.

14:54 Uhr: Das russische Aussenministerium in Moskau wirft der Regierung in Kiew vor, einen "Vergeltungseinsatz unter Beteiligung der Terroristen" der rechtsextremen Gruppierung Prawy Sektor gestartet zu haben. Der Einsatz gegen das eigene Volk führe das Land in die "Katastrophe". Aus der Mitteilung geht ausserdem hervor, dass die ukrainischen Behörden mit der Gewaltoperation in Slawjansk ihre Verpflichtungen aus der Genfer Erklärung verletzt hätten. "Es ist jetzt klar geworden, dass die zahlreichen Erklärungen der so genannten Regierung der Ukraine zu den Plänen, einen gesamtnationalen Dialog über die Suche nach Wegen zur Überwindung der überaus schweren Krise im Land aufzunehmen, nichts weiter als Heuchelei ist."

14:52 Uhr: Nach Abschuss eines Militärhubschraubers in der Nähe von Slawjansk seien nach Informationen des ukrainischen Innenministeriums vier verdächtige Separatisten festgenommen worden.

Zivilisten angegriffen

14:43 Uhr: Hubschrauber der ukrainischen Armee sollen nun Zivilisten angegriffen haben, die sich in Slawjansk versammelt haben. Das meldet die staatliche russische Nachrichtenagentur "Itar Tass" und beruft sich dabei auf Einwohner der ostukrainischen Stadt. Die Angriffshubschrauber hätte mehrere Anflüge auf die Versammlungen unternommen.

13:50 Uhr: Bürger der Stadt Slawjansk bilden laut Angaben der russischen Nachrichtenagentur "Ria Novosti" einen lebenden Schutzschild. Am Stadtrand mussten demnach etwa zehn Panzer der ukrainischen Armee stehen bleiben, weil sich unbewaffneter Stadteinwohner, darunter auch Frauen und ältere Menschen, in den Weg gestellt hatten.

13:40 Uhr: Das Auswärtige Amt in Berlin teilte mit, dass westliche Behörden direkten Kontakt zu den gefangenen OSZE-Beobachtern gehabt haben. Den Geiseln, unter denen sich auch vier Deutsche befinden, gehe es den Umständen entsprechend gut. Weitere Einzelheiten wurden nicht bekannt gegeben. Der Sprecher wies aber daraufhin, dass grundsätzlich die OSZE die Verhandlungen in Slawjansk führe.

12:30 Uhr: Ein Heckenschütze hat Schüsse auf ein Auto russischer Journalisten abgefeuert. Das meldet die Nachrichtenagentur "Itar-Tass". Die Gruppe der Reporter wollte von der ostukrainischen Stadt Slawjansk nach Kharkiv fahren, als sie ein Polizeibeamter vor dem Heckenschützen warnte. Sekunden später wurden zwei Schüsse abgegeben, verletzt wurde niemand.

Drei Helikopter abgeschossen

10:51 Uhr: Wie die Nachrichtenagentur "Itar-Tass" berichtet, wurde nun ein weiterer ukrainischer Helikopter abgeschossen, der sich über der ostukrainischen Stadt Slawjansk befand. Über den Verbleib der Besatzung gibt es bislang keine Auskunft. Das ukrainische Verteidigungsministerium bestätigte derweil den Tod der zwei Piloten der ersten abgeschossenen Hubschrauber.

10:50 Uhr: Wladimir Putin wirft der ukrainischen Regierung vor, mit dem Angriff auf moskautreue Aktivisten die "letzte Hoffnung" auf die Umsetzung des Genfer Abkommens zu zerstören. Putins Sprecher Dmitri Peskow bestätigte russischen Agenturen zufolge, dass die Führung in Kiew in den Kampfmodus geschaltet habe und friedliche Siedlungen angreife. Er sprach dabei von einer "Strafaktion" der Regierungstruppen. Während die Regierung in Kiew von einem "Anti-Terror-Einsatz" spricht, nennt Putin eine solche Operation ein "Verbrechen".

10:30 Uhr: Offenbar konnte die ukrainische Armee mittlerweile in die Stadt Slawjansk vordringen. Separatistenführer Wjatscheslaw Ponomarew bestätigte der "Bild"-Zeitung, dass ukrainische Soldaten "die Kontrolle über den Bahnhof übernommen" haben.

Sorge um deutsche Geiseln

09:45 Uhr: Am frühen Morgen wurden Checkpoints in der ostukrainischen Stadt Slawjansk von der ukrainischen Armee angegriffen. Damit steigt die Angst um die in der Stadt festgehaltenen OSZE-Beobachter, darunter vier Deutsche. Der prorussische Separatistenführer und selbsternannte Bürgermeister der Stadt Wjatscheslaw Ponomarew sagte der "Bild"-Zeitung: "Sie wurden alle an einen sicheren Ort ausserhalb der Kampfzone gebracht." Welche Auswirkungen der Angriff auf eine mögliche Freilassung der Geiseln habe, konnte Ponomarew jedoch nicht beantworten. Indessen dauern die Kämpfe zwischen den ukrainischen Truppen und prorussischen Separatisten weiter an.

09:00 Uhr: Ukrainische Truppen haben mit einer Anti-Terror-Operation gegen die prorussischen Separatisten in Slawjansk begonnen, berichtet "Russia Today". Laut Angaben des Separatistenführers Wjatscheslaw Ponomarew wurden dabei zwei ukrainische Militärhubschrauber abgeschossen. Die Armee besetzte offenbar eine TV-Station.

Mit Material von dpa und AFP.