Die Zeichen deuten auf eine Entspannung in der Ukraine-Krise hin: Der Russische Präsident Wladimir Putin fordert die Separatisten auf, das geplante Referendum über die Unabhängigkeit der Ostukraine zu verschieben. Alle weiteren Entwicklungen in der Ukraine lesen Sie hier im Ticker. Alle weiteren Entwicklungen in der Ukraine lesen Sie hier im Ticker.

16:01 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach Aussage von Kremlchef Wladimir Putin einen "Runden Tisch" mit allen Konfliktparteien zur Lösung der Ukraine vorgeschlagen. Daran sollten sowohl die prowestliche Führung in Kiew als auch prorussische Kräfte aus der Südostukraine teilnehmen, sagte Putin am Mittwoch in Moskau der Agentur Interfax zufolge. Das habe Merkel kürzlich bei einem Telefonat angeregt. "Wir unterstützen dies und halten das für einen guten Vorschlag", betonte der russische Präsident. Die Regierung in Kiew lehnt Gespräche mit den "Separatisten" bisher ab.

15:52 Uhr: Kremlchef Wladimir Putin hat eine Verschiebung des umstrittenen Referendums in der Ostukraine über eine Unabhängigkeit an diesem Sonntag gefordert. Es müssten erst die Bedingungen dafür geschaffen werden.

13:54 Uhr: Deutschland wird die Ergebnisse des geplanten "Referendums" im Osten der Ukraine auf keinen Fall anerkennen. Die vermeintliche Abstimmung am kommenden Sonntag über eine Selbstständigkeit einer "Volksrepublik Donezk" habe für die Bundesregierung "keine praktische politische Relevanz", sagte der Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Schäfer, am Mittwoch in Berlin. "Das ist für uns keine Grundlage für unsere Politik." Dafür gebe es auch keinerlei Grundlage in der ukrainischen Verfassung.

Präsidentschaftskandidat: "Das sind einfach Terroristen"

13:20 Uhr: Die Europäische Union will der Ukraine bei der Reform des zivilen Sicherheitssektors helfen. Der Europäische Auswärtige Dienst sei beauftragt worden, Experten in die Ukraine zu entsenden, kündigte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy am Mittwoch in Brüssel nach einem Treffen mit Japans Ministerpräsidenten Shinzo Abe an. Diese sollten "die geeignete Hilfe vorbereiten und dabei alle Optionen prüfen". Nähere Angaben machte er nicht.

Zum zivilen Sicherheitssektor werden vor allem Polizei, Geheimdienste, Strafvollzug und Justiz gezählt. Van Rompuy sagte, er erwarte eine Entscheidung über die EU-Hilfe bei einem Treffen der EU-Aussenminister am kommenden Montag.

12:05 Uhr: Der ukrainische Präsidentschaftskandidat Pjotr Poroschenko macht bei seinem Besuch in Berlin klar, dass er mit "Terroristen´" im Osten des Landes keinesfalls reden will. "Das sind ganz einfach Terroristen. Manche von ihnen sind geisteskrank." Russland hat die Beteiligung prorussischer Separatisten zur Bedingung für eine neue Ukraine-Konferenz in Genf gemacht.

Poroschenko sagte dazu, das ukrainische Volk habe einen "legitimen Repräsentanten" für solche Gespräche, nämlich Aussenminister Andrej Deschtschiza. Die Ergebnisse des ersten Genfer Treffens von Mitte April beurteilte er mit den Worten: "Wir halten alle Abmachungen ein. Die Separatisten, die von Russland unterstützt werden, haben bislang keine einzige erfüllt." Deutschland macht sich für eine Konferenz noch vor der Präsidentenwahl am 25. Mai stark.

11:00 Uhr: Das Ansehen der OSZE-Beobachter in der Ostukraine ist nach Einschätzung des deutschen Diplomaten Klaus Zillikens angekratzt. "Wir spüren natürlich schon, dass durch die Geiselnahme und durch die ganze Diskussion darüber, unser Image, das Image der OSZE, hier gelitten hat", sagte er am Mittwoch im Deutschlandradio Kultur. Mehrere westliche Militärbeobachter waren bis vergangenen Samstag acht Tage lang in der Gewalt von prorussischen Separatisten und wurden dabei öffentlich der Spionage für die Nato bezichtigt.

Ukrainisches Militär greift Slawjansk an

9:20 Uhr: Ukrainische Regierungstruppen haben erneut die ostukrainische Stadt Slawjansk angegriffen. Prorussische Separatisten berichten bei der russischen Staatsagentur Ria Nowosti von zwei schweren Explosionen. Anwohner seien durch Sturmgeläut gewarnt worden. Über mögliche Verletzte ist bisher nichts bekannt.

7:45 Uhr: Der ukrainische Politiker Vitali Klitschko hat Russlands Präsident Wladimir Putin vorgeworfen, eine Invasion in der gesamten Ukraine zu planen. Klitschko schreibt in einem Gastbeitrag für die "Bild"-Zeitung: "Ich glaube, dass Putin nicht nur nach der Ostukraine greifen, sondern die ganze Ukraine in seinen Herrschaftsbereich eingliedern will. Er träumt von einem neuen grossrussischen Reich, das bis nach Kiew reicht. Die USA und Europa müssen das begreifen, alle diplomatischen Mittel ausschöpfen und entschiedener gegen Putin und seine für uns alle gefährlichen Pläne vorgehen."

7:00 Uhr: In der Ukraine-Krise gehen die Bemühungen um eine diplomatische Lösung weiter. Der Vorsitzende der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Didier Burkhalter, trifft sich in Moskau mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Bei diesem Vermittlungsversuch wird es darum gehen, wie die Lage vor der Präsidentenwahl am 25. Mai in der Ukraine beruhigt werden kann. Burkhalter, der Schweizer Bundespräsident ist, hatte am Dienstag eine Waffenruhe gefordert. Die OSZE will die Wahl mit mehr als 1000 Beobachtern begleiten und so einen ordnungsgemässen Ablauf sicherstellen.

Hier können Sie die Entwicklung in der Ukraine-Krise von Montag, den 6. Mai 2014 nachlesen.

Mit Material von dpa und AFP.