• Joe Biden ist zu Besuch in Saudi-Arabien bei Kronprinz Mohammed bin Salman.
  • Die USA und Saudi-Arabien haben in einer gemeinsamen Erklärung für eine Verlängerung der Waffenruhe im Jemen plädiert.
  • Auch zum Iran gaben sie ein Statement ab.

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Die USA und Saudi-Arabien haben ihre nachdrückliche Unterstützung für die von den Vereinten Nationen vermittelte Waffenruhe im Jemen bekräftigt. Das ging aus einer gemeinsamen Erklärung nach dem Treffen von US-Präsident Joe Biden und dem saudischen König Salman mit Kronprinz Mohammed bin Salman am Freitagabend hervor. Beide Seiten betonten, "wie wichtig es ist, die Waffenruhe zu verlängern und Fortschritte zu erzielen, um die Waffenruhe in ein dauerhaftes Friedensabkommen umzuwandeln".

Die Waffenruhe im Bürgerkriegsland Jemen war Anfang vergangenen Monats um zwei weitere Monate verlängert worden. Im Jemen kämpft ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis seit 2015 gegen die Huthi-Rebellen. Riad sieht in ihnen einen verlängerten Arm seines Erzfeindes Iran und will dessen Einfluss im südlichen Nachbarland zurückdrängen. Dem Analyseprojekt ACLED zufolge wurden seit Kriegsbeginn mehr als 150.000 Menschen getötet, darunter mehr als 14.000 Zivilisten.

USA und Saudi-Arabien wollen Friedensgespräche mit Huthi-Rebellen

USA und Saudi-Arabien riefen die internationale Gemeinschaft auf, eine einheitliche Position einzunehmen und die Huthi-Rebellen zur Rückkehr zu Friedensgesprächen unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen aufzufordern.

Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter sagte am Samstag am Rande von Bidens Besuch in Dschidda, man habe es als "sehr positives Zeichen" aufgefasst, dass die saudische Regierung die Waffenruhe verlängern wolle. "Wir haben jetzt die längste Zeit relativen Friedens im Jemen seit sechs, sieben Jahren erlebt. Und das ist nicht nur deshalb von Bedeutung, weil jeden Tag Leben gerettet werden." Zudem würden damit die Chancen für eine Wiederaufnahme von Verhandlungen vergrössert.

USA wollen Saudi-Arabien bei Selbstverteidigung gegen Iran unterstützen

Angesichts der wachsenen Bedrohung durch den Iran wollen die USA das Königreich bei der Selbstverteidigung unterstützen. Saudi-Arabien solle befähigt werden, "sein Volk und Hoheitsgebiet gegen externe Bedrohungen" zu schützen, heisst es in einer gemeinsamen Abschlusserklärung. Diese veröffentlichten das Weisse Haus und das saudische Aussenministerium nach dem Treffen von US-Präsident Joe Biden mit dem saudischen König Salman und Kronprinz Mohammed bin Salman am Freitagabend. Teherans "Eingriff in interne Angelegenheiten anderer Länder" und die "Unterstützung von Terrorismus durch bewaffnete Stellvertreter" müsse aufgehalten werden. Zudem dürfe der Iran nicht an Atomwaffen kommen.

Die USA streben wegen der Bedrohung durch den Iran weiterhin eine stärkere Vernetzung von Luftabwehrsystemen ihrer Partnerländer im Nahen Osten an. Ein hochrangiger US-Regierungsmitarbeiter sagte am Rande des Biden-Besuchs in Dschidda, der Iran baue seine Fähigkeiten im Bereich ballistischer Raketen, aber auch bei der Drohnentechnologie aus. Diese unbemannten Fluggeräte hätten mehr Reichweite und grössere Leistung und bedrohten die Länder in der Golfregion. Daher gehe man davon aus, dass ein "stärker vernetztes integriertes Luftverteidigungssystem" der richtige Weg sei.

Der schiitische Iran ist ein Erzfeind des sunnitischen Königreichs Saudi-Arabien. Teheran hat seinen Einfluss im Nahen Osten ausgeweitet - im Irak, Syrien, dem Libanon und dem Jemen. Von dort aus greifen die vom Iran unterstützte Rebellen immer wieder Ziele im benachbarten Saudi-Arabien an. Vor fast drei Jahren wurden auch zwei wichtige saudische Ölanlagen angegriffen, darunter die grösste Ölraffinerie des Königreiches.  © dpa

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