Seit Monaten schon fürchteten Klimaschützer, dass US-Präsident Donald Trump seine Ankündigung aus dem Wahlkampf wahr macht und aus dem UN-Klimaschutz aussteigt. Nun soll dieser folgenschwere Schritt erfolgt sein, meldet die New York Times. Trump selbst twitterte, dass seine Entscheidung weiter ausstehe.

Die Times bezieht sich auf das Nachrichtenportal "Axios".

Demnach hätten zwei nicht näher genannte Quellen aus Regierungskreisen bestätigt, dass US-Präsident Donald Trump mit seinen Beratern bereits den Ausstiegsprozess besprechen würde.

Trump selbst erklärte auf Twitter, eine Entscheidung falle erst "in den kommenden Tagen".


Ausstieg der USA könnte 2020 erfolgen

Das Klima-Abkommen von Paris legt fest, dass ein Staat, der die Rahmenkonvention verlässt, auch nicht mehr Teil des Pariser Abkommens ist.

Horror-Szenario: So sähe die Erde ohne Natur- und Umweltschutz aus.


Allerdings dauert es länger, das Abkommen zu verlassen. Drei Jahre nach seinem Inkrafttreten für einen Staat kann er seinen Rücktritt schriftlich ankündigen und ist frühestens ein Jahr später raus.

Das Abkommen ist am 4. November 2016 in Kraft getreten, die USA waren schon dabei. Ein Austritt wäre also im November 2020 möglich.

Welche Folgen ein Austritt der USA aus der Klimarahmenkonvention hätte, ist im Detail natürlich nicht vorherzusagen.

Derzeit gehen Experten aber davon aus, dass es keinen Dominoeffekt geben würde, weil sich unter anderem China und viele südamerikanische Staaten mit einer Art "Jetzt-erst-recht"-Haltung zunehmend zum Klimaschutz bekennen.

Klimaschützer betonen auch, das einzelne US-Staaten wie Kalifornien und auch viele Unternehmen trotzdem weiter gegen die Erderwärmung vorgehen wollen.

Pariser Abkommen Reaktion auf Klimawandel

Organisatorisch und finanziell wäre ein Abschied der USA aus dem institutionalisierten Klimaschutz der Welt auf jeden Fall eine gewaltige Herausforderung.

Das gemeinsame Ziel des Pariser Abkommens ist es, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad und möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Auch wenn das gelingt, werden Klimaforschern zufolge Wetterextreme wie Dürren, Fluten und Stürme zunehmen.

Folgen der "Klima-Schwindel"-Theorie, mit der auch Trump argumentiert.


Schmelzende Gletscher werden den Meeresspiegel ansteigen lassen. Die Weltgemeinschaft will aber verhindern, dass die Klimafolgen zur existenziellen Bedrohung werden.

Das Abkommen verpflichtet die Vertragsparteien, regelmässig nationale Klimaschutzpläne vorzulegen, die nach und nach immer ehrgeiziger werden sollen.

Ausserdem sollen die Industriestaaten ärmeren und von der Erderwärmung besonders betroffenen Ländern beim Klimaschutz und der Anpassung an die Folgen des Treibhauseffekts helfen.