Donald Trumps Herausforderer: Diese Demokraten wollen 2020 US-Präsident werden

Noch sind es über anderthalb Jahre bis zur nächsten US-Präsidentschaftswahl. Doch ungewöhnlich viele Demokraten haben bereits angekündigt, Donald Trump 2020 herausfordern zu wollen. Ein Überblick über die Kandidaten für die parteiinterne Vorwahl - vom Altstar bis zum völligen Polit-Neuling. (mcf/dpa)

Schon zwei mal hat Joe Biden versucht, Präsidentschaftskandidat der Demokraten zu werden. Nun will der 76-Jährige, der unter Barack Obama Vizepräsident war, einen neuen Anlauf starten. Biden ist bekannt und beliebt, verkörpert Vernunft und Kontinuität und bedient bei einigen die Sehnsucht nach den Obama-Jahren.
2016 hat es nicht geklappt, bei den Vorwahlen unterlag Bernie Sanders Hillary Clinton. Jetzt will es der 77-Jährige aber noch mal wissen. Seine Themen: Krankenversicherung für alle, Gebührenfreiheit an Hochschulen, ein höherer Mindestlohn, bezahlbare Mieten und höhere Abgaben für die Superreichen. Es scheint zu funktionieren: In aktuellen Umfragen zu den demokratischen Bewerbern liegt er vorn.
In der Wählergunst folgt auf Bernie Sanders Kamala Harris. Die 54-Jährige sitzt seit 2017 für Kalifornien im Senat und würde diesen Sitz gerne gegen den Sessel im Oval Office tauschen. Die Demokratin ist eine scharfe Kritikerin von Donald Trumps Einwanderungspolitik. Sie setzt sich besonders für die sogenannten "Dreamer" ein, jene Migranten, die als Kinder illegal in die USA kamen.
Mit Elizabeth Warren hat eine der schärfsten Kritikerinnen Donald Trumps ihren Hut in den Ring geworfen. Die 69-Jährige, die den US-Präsidenten einen "Raffzahn" und seine Regierung "die korrupteste seit Menschengedenken" nennt, vertritt derzeit Massachusetts im Senat. Sie fordert unter anderem eine Sondersteuer für die reichsten 75.000 Familien, um etwa die Mittelschicht zu entlasten und den Klimaschutz zu fördern.
Beto O'Rourke gilt bei den Demokraten als Hoffnungsträger, seit er 2018 den Republikaner Ted Cruz im Rennen um das Senatorenamt von Texas herausforderte. O'Rourke sammelte Rekordsummen an Spenden und zog bei Wahlkampfauftritten ein grosses Publikum an. Letztendlich unterlag er Cruz nur knapp - was in der konservativen Hochburg Texas als beachtliche Leistung für einen Demokraten gilt.
Tulsi Gabbard wurde 2012 die erste hinduistische Abgeordnete im US-Kongress. Jetzt will sie das jüngste Staatsoberhaupt in der Geschichte der USA werden. Die 37-Jährige setzt sich unter anderem für eine Reform des Gesundheitssystems und den Klimaschutz ein.
"Ich werde kandidieren, weil ich als junge Mutter genauso hart für die Kinder anderer kämpfen will wie für meine eigenen", liess Kirsten Gillibrand Mitte Januar in einer Fernsehshow wissen. Die 52-Jährige hat zwei Söhne und vertritt seit 2009 den Bundesstaat New York im Senat.
Der Tag, an dem Cory Booker seine Kandidatur bekannt gab, war nicht zufällig der 1. Februar. Denn an diesem Tag beginnt der "Black History Month", mit dem in den USA die Geschichte der Afroamerikaner gefeiert wird. Der 49-Jährige, selbst Afroamerikaner, verspricht ein Land, in dem niemand zurückgelassen wird und verweist darauf, dass er der einzige Senator sei, der in einer einkommensschwachen Gemeinde lebe.
Der Texaner Julian Castro war unter Barack Obama Minister für Wohnungsbau. Jetzt strebt er nach Höherem. Er ist der bislang einzige Kandidat mit hispanischen Wurzeln - kein Wunder also, dass er sich für Migranten starkmacht. "Wir sagen Nein zum Bau einer Mauer, wir sagen Ja zum Bau von Brücken, von Gemeinschaft", sagt der 44-Jährige.
Schon im Sommer 2017 hat John K. Delaney seine Kandidatur angekündigt - da war Donald Trump gerade ein halbes Jahr im Amt. Der 55-Jährige sass bis vor Kurzem für Maryland im Repräsentantenhaus. Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Finanz- und Wirtschaftspolitik.
"Es ist an der Zeit, dass wir uns unsere Demokratie zurückholen", sagt Amy Klobuchar. Seit 2007 ist die heute 58-Jährige Senatorin. Im Falle ihres Wahlsieges will sie einen Schwerpunkt auf den Klimaschutz legen: "Am ersten Tag werden wir dem internationalen Klimaschutzabkommen wieder beitreten."
Auch Jay Inslee legt in seiner Bewerbung den Fokus auf den Klimaschutz. Das Bild zeigt ihn im März bei einem Klimastreik in New York City. Der 68-Jährige zählt allerdings zu den weniger bekannten unter den demokratischen Kandidaten und liegt in Umfragen hinten.
"Das ist wahrscheinlich die schlimmste Phase der Spaltung, die wir in diesem Land seit dem Bürgerkrieg gehabt haben", sagt John Hickenlooper (67) über die Amtszeit Trumps. Entsprechend geht der ehemalige Gouverneur von Colorado mit dem Versprechen ins Rennen, die US-Bürger wieder einen zu wollen.
Marianne Williamson bezeichnet sich selbst als spirituelle Lehrerin und ist vielen Amerikanern als Autorin von Selbsthilfe-Büchern wie "Das Geschenk der Wandlung" oder "Du bist stärker als dein Schmerz" bekannt. Nachdem sie 2014 erfolglos für den Kongress kandidiert hat, wagt sie jetzt einen neuen Versuch, in der Politik Fuss zu fassen. Ihr Ziel: "Ein moralisches und spirituelles Erwachen im Land."
Andrew Yang (44) wird Anhänger des bedingungslosen Grundeinkommens für sich begeistern. Denn der Sohn taiwanesischer Einwanderer, der unter Barack Obama Botschafter für globales Unternehmertum war, will jedem Amerikaner pro Monat 1.000 Dollar überweisen. Derzeit hat er weder ein politisches noch ein parteiinternes Amt inne - seine Chancen sind daher gering.
Pete Buttigieg wünscht sich einen Generationswechsel bei den Demokraten und möchte mit seinen 37 Jahren gleich selbst ins höchste Amt im Staat. "A season for boldness" sei gekommen, sagte er - was sich mit "Zeit für Mut" oder auch "Zeit für Kühnheit" übersetzen lässt. Derzeit ist Buttigieg Bürgermeister seiner Heimatstadt South Bend in Indiana. Er steht offen zu seiner Homosexualität.
Auch der Bürgermeister des "Big Apple" will Trump stürzen: Bill de Blasio möchte 2020 für die Demokraten kandidieren. Während seiner Amtszeit als Bürgermeister von New York City ist die Kriminalitätsrate der Stadt auf ein nie dagewesenes Level gesunken. Zu seinen weiteren Erfolgen zählt de Blasio die Anhebung des Mindestlohns auf 15 Dollar pro Stunde. Trotzdem gilt der 58-Jährige in seiner Heimat nicht als besonders beliebt.