US-Präsident Donald Trump lässt sich bei seinem Besuch in Saudi-Arabien von Ehefrau und Tochter begleiten. Bei Twitter entwickelt sich der Begriff "Trumps Tochter" zum Top-Hashtag.

Donald Trumps Ehefrau Melania und seine Tochter Ivanka haben beim Staatsbesuch des US-Präsidenten in Saudi-Arabien grosses Aufsehen erregt. Beide Frauen traten in dem ultrakonservativen Königreich am Samstag ohne Kopftuch auf.

Der saudische König Salman schüttelte der First Lady nach der Ankunft am Flughafen in Riad auch kurz die Hand - was für viele strenggläubige Muslime in Saudi-Arabien ein anstössiges Verhalten sein dürfte.

Saudischen Frauen ist es in dem Königreich zudem untersagt, auf die Strasse zu gehen, ohne die Haare zu verbergen.

Verglichen mit Washington könnte die Wüstenmetropole Riad für Donald Trump dieser Tage richtig einladend wirken. Hier empfängt der König ihn mit offenen Armen für ein neues, unkritisches Kapitel der Partnerschaft. Doch die Enthüllungen der Russland-Affäre kommen mit.


"Trumps Tochter" wird zu Top-Hashtag

Der arabische Begriff "Bint Trump" ("Trumps Tochter") entwickelte sich bei Twitter innerhalb kürzester Zeit zum Top-Hashtag.

Vor allem Männer meldeten sich zu Wort und rühmten Ivankas Aussehen. "Wir sollten unsere Beziehungen mit Trump verbessern und seiner Tochter viele Investitionen garantieren, damit sie unser Land häufiger besucht", schrieb der Twitterer Rakan al-Atibi auf Arabisch.

Das Weisse Haus ist eine Familienbastion. Das hat Folgen für die Politik.


In einem häufig geteilten Video hielt ein Mann in traditioneller saudischer Kleidung, der sich Badr bin Fahd nannte, sogar um die Hand von Ivanka an, die in Saudi-Arabien von ihrem Ehemann Jared Kushner begleitet wurde.

Ein anderer Nutzer twitterte: "Zum ersten Mal sehe ich eine richtige Frau." Daneben setzte er zwei Herzen.

Trumps Frauen dezent gekleidet

First Lady Melania Trump trug am ersten Tag des Besuchs in Saudi-Arabien einen weiten schwarzen Hosenanzug mit einer grossen goldenen Schnalle.

Ihre Kleidung erinnerte an die schwarze Abaja, die Frauen in Saudi-Arabien als Überwurf tragen müssen - ein langes Gewand, das keine Körperkonturen erkennen lässt.

US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania Trump verlassen Air Force One.

Ivanka hatte ein schwarz-weisses Kleid gewählt. Die blonde Präsidententochter begleitete ihre Vater und Melania unter anderem in den saudischen Königspalast.

Dort sass sie beim offiziellen Empfang neben dem früheren Kronprinzen Mukrin bin Abdelasis, mit dem sie sich angeregt unterhielt.

Ivanka Trump nimmtan einer Zeremonie zur Übergabe der Abdulasis Al-Saud-Medaille im Königspalast in Riad teil.

Auch Michelle Obama trug kein Kopftuch

Michelle Obama, Ehefrau des amerikanischen Ex-Präsidenten Barack Obama, hatte im Januar 2015 bei Saudis für Empörung gesorgt, als sie bei einem Besuch in Riad ebenfalls mit offenen Haaren auftrat. Auch Trump gehörte damals zu den Kritikern der damaligen First Lady.

Auf Twitter schrieb er: "Viele sagen, es sei wunderbar gewesen, dass Frau Obama sich geweigert habe, ein Kopftuch in Saudi-Arabien zu tragen, aber sie wurden beleidigt. Wir haben genug Feinde."

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte vor einigen Wochen bei ihrem Besuch in Saudi-Arabien auf ein Kopftuch verzichtet.

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Teaserbild: © Evan Vucci/AP/dpa