Donald Trumps Frankreichreise 2018 sorgt weiter für Wirbel. Nach seiner angeblichen Verunglimpfung toter Soldaten geht es nun um Kunstwerke der US-Botschaft. Diese landeten offenbar spontan in der Air Force One.

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Donald Trumps Frankreichreise 2018 sorgt weiter für Wirbel. Nach seiner angeblichen Verunglimpfung toter Soldaten geht es nun um Kunstwerke der US-Botschaft. Diese landeten offenbar spontan in der Air Force One.

Donald Trump hat - Medienberichten zufolge spontan - am Ende seiner Reise nach Paris im November 2018 mehrere Kunstwerke aus der Residenz der US-Botschafterin mit nach Washington genommen. Das berichten US-Medien unter Berufung auf seinen Sprecher Judd Deere.

"Der Präsident brachte diese schönen, historischen Stücke, die dem amerikanischen Volk gehören, zurück in die Vereinigten Staaten, um sie prominent im Weissen Haus auszustellen", zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg den Trump-Sprecher Deere.

Keine historischen Kunstwerke - aber offenbar 750.000 Dollar wert

Doch wirklich historisch sind die Kunstwerke offenbar nicht: Auch wenn sie einem Bloomberg-Insider zufolge rund 750.000 Dollar wert sein sollen, handelt es sich offenbar um Repliken. Das soll dem Bericht zufolge eine Prüfung durch Kuratoren des Weissen Hauses ergeben haben, als die Werke bereits in Washington waren. Die Nachrichtenagentur beruft sich in ihrem Bericht auf zwei nicht näher genannte Personen.

Bloomberg zufolge handelt es sich um eine Büste sowie ein Porträt von Benjamin Franklin, einem der Gründerväter der USA. Das Original des Franklin-Porträts habe damals in der National Portrait Gallery eine Meile vom Weissen Haus entfernt gehangen. Auch die Büste sei eine Replik.

Ausserdem soll Trump eine Reihe von silbernen Figuren aus der griechischen Mythologie mitgenommen haben. Diese wurden laut einer Kunstsammlerin in dem Bloomberg-Bericht im frühen 20. Jahrhundert von einem neapolitanischen Künstler angefertigt. Er habe die Figuren so gestaltet, dass sie auf den ersten Blick wie aus dem 16. oder 17. Jahrhundert wirkten, sagte die Expertin.

Trump soll Kunst in Air Force One mitgenommen haben

Trump habe während seines Besuches in der Botschafter-Residenz gewohnt, einem historischen Gebäude von 1842, heisst es in dem Bericht. Nachdem - wie das Weisse Haus angibt - der Hubschrauber des Präsidenten wegen Regens nicht starten konnte und der Besuch eines Militärfriedhofs ausfiel, soll sich Trump mehrere Stunden in der Residenz aufgehalten und die Kunst bewundert haben.

Am Tag darauf habe Trump auf die Büste, das Porträt und die Figuren gezeigt und angeordnet, sie in der Air Force One mit in die USA zu nehmen. Botschafterin Jamie McCourt sei überrascht gewesen, habe aber nichts dagegen eingewendet, hiess es in dem Bericht.

Juristen des US-Aussenministeriums überprüften demnach eilig, ob der Präsident die Kunstwerke überhaupt mitnehmen durfte. Die Mitnahme soll daraufhin als legal bewertet worden sein, weil die Kunstwerke im Besitz der US-Regierung sind.

Es ist das zweite Mal innerhalb weniger Tage, dass Trumps Frankreich-Reise Gesprächsthema ist. Der andere Fall hat allerdings einen deutlich ernsteren Hintergrund. Das US-Magazin "The Atlantic" hatte vor einigen Tagen berichtet, Trump habe während des Besuchs im Ersten Weltkrieg gefallene US-Soldaten als "Verlierer" und "Trottel" bezeichnet.

Der US-Präsident hatte demnach einen geplanten Besuch des US-Militärfriedhofs Aisne-Marne bei Paris mit den Worten abgelehnt: "Warum sollte ich diesen Friedhof besuchen? Er ist voller Verlierer." Das steht im Widerspruch zu den Angaben des Weissen Hauses.

Trump fordert Entlassung der Korrespondentin

Trump bestritt die Vorwürfe in einer Serie wütender Tweets. Am Freitag sagte der Republikaner, der sich im November für eine zweite Amtszeit wiederwählen lassen will, es handle sich um eine "Fake-Geschichte". Für ihn seien gefallene Soldaten "absolute Helden". Er forderte die Entlassung einer Korrespondentin des Fernsehsenders Fox News, die die Vorwürfe aus der "Atlantic"-Meldung in Teilen bestätigt hatte.

Für Trump könnten die Anschuldigungen so kurz vor den Wahlen durchaus zum Problem werden. Er kann sich, mit Blick auf seinen Rückstand in den Umfragen, nicht leisten, weitere potenzielle Wähler zu verprellen.  © DER SPIEGEL

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