Angela Merkel gratuliert ÖVP-Spitzenkandidat Sebastian Kurz zum Wahlsieg in Österreich - doch als Blaupause für Deutschland taugt sein Weg aus Sicht der Bundeskanzlerin nicht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat das schlechte Abschneiden ihrer Partei bei der Landtagswahl in Niedersachsen auf eine dortige Zufriedenheit mit der Landespolitik zurückgeführt.

Die CDU habe engagiert gekämpft, aber es sei deshalb nicht einfach gewesen, Wahlkampf zu führen, sagte Merkel am Montag in Berlin. Die Union habe das Wahlziel nicht erreicht, stärkste Partei zu werden. Die rot-grüne Regierung sei dennoch abgewählt.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) stehe nun in der Verantwortung, auf die Partner zuzugehen, um die Regierungsbildung in Niedersachsen voranzubringen.

"In diese Sondierungsgespräche gehe ich sehr selbstbewusst mit meinen Freunden von CDU und CSU", erklärte Merkel. Das Ergebnis sehe sie nicht als Schwächung.

Drei Wochen nach ihrer historischen Niederlage bei der Bundestagswahl haben die Sozialdemokraten die Landtagswahl überraschend mit 36,9 Prozent der Stimmen klar gewonnen. Die CDU sackte auf 33,6 Prozent ab und rutschte damit auf ihr schlechtestes Ergebnis seit 1959 ab.

Angela Merkel gratuliert Sebastian Kurz

Merkel gratulierte darüber hinaus ÖVP-Spitzenkandidat Sebastian Kurz zu seinem Wahlsieg in Österreich.

Sie sehe den Grund für den Wahlsieg der konservativen Partei in der "energischen Erneuerung" durch Kurz.

Der Wahlsieg der ÖVP bestätige, dass man neue Wege gehen müsse, um neue Menschen zu erreichen, erklärte Merkel. "Das wird eine der ganz grossen Herausforderungen in Zukunft werden."

Er sei jedoch kein Anzeichen dafür, "dass man die Probleme schon gelöst hat, wenn man es so macht wie in Österreich", sagte Merkel.

"Ich finde die politische Zusammensetzung jetzt nicht so, dass ich sie mir für Deutschland als nachahmenswert vorstelle", sagte sie mit Blick auf die rechtspopulistische FPÖ, die zweitstärkste Kraft geworden war.

Im Vergleich zur Stärke der FPÖ sei die Herausforderung durch die AfD in Deutschland "überschaubar". (dpa/ska)