Schwarz-Gelb stand in NRW in den letzten Jahren vor allem für Borussia Dortmund - und ein bisschen für Alemannia Aachen. Das könnte sich nun ändern, denn CDU und FDP sprechen über eine mögliche Koalition. Diese Sondierungsgesprächen nähren eine Hoffnung: Geht da auch was auf Bundesebene?

Nach dem Wahlsieg der CDU bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hoffen die Christdemokraten, dass es auch im Bund nach der Wahl im Herbst für eine Koalition mit der FDP reicht.

"Wir wollen Schwarz-Gelb", sagte der stellvertretende Unions-Fraktionschef im Bundestag, Michael Fuchs, dem "Handelsblatt".

CDU-Parteivize Thomas Strobl sagte, der Wahlausgang in NRW habe die Behauptung widerlegt, dass Schwarz-Gelb überhaupt keine Mehrheit mehr bekommen könne. Das sei "ein schönes Signal für die Zeit bis zum 24. September".

Laut Umfragen keine absolute Mehrheit

Nur: Wille und schöne Signale helfen nicht, wenn die Wähler anders entscheiden. Einer tagesaktuellen Umfrage der Meinungsforscher von Insa zu folge kämen Union und Liberale zusammen auf 44 Prozent, wenn jetzt Bundestagswahl wäre.

Für die absolute Mehrheit im Parlament reicht es der Umfrage zufolge also nicht. Es fehlen mindestens 25 Sitze.

Zwar ist theoretisch auch eine Minderheitsregierung möglich, doch es wäre die erste auf Bundesebene in der Geschichte der Bundesrepublik.

Denn um stabil regieren zu können, muss der Bundeskanzler mindestens die Hälfte der Abgeordneten hinter sich wissen.

Glaubt man aktuellen Umfragen, wäre das nur in einem Bündnis von Union und SPD oder in einer Jamaika-Koalition aus Union, Grünen und FDP der Fall.

Beide Optionen sind keine Herzensangelegenheit. "Eine Fortsetzung der grossen Koalition sollte es nach der nächsten Wahl möglichst nicht geben“, hat Unionsfraktionschef Volker Kauder es ausgedrückt. Sozialdemokraten äusserten sich ähnlich.

Jamaika-Koalition nicht ausgeschlossen

Eine Jamaika-Koalition hat bislang keine der drei Parteien ausgeschlossen - aber auch keine zur Wunschkonstellation erklärt.

Rund vier Monate bleiben bis zur Bundestagswahl - Zeit genug für Überraschungen. Immerhin dümpelte die FDP noch vor einem Jahr in Umfragen bei zwei Prozent und kaum einer traute ihr ein Comeback zu.

(Mit Material von dpa)

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