Thüringen hat einen neuen Landtag gewählt: Der grosse Sieger ist Bodo Ramelow. Die Regierungsbildung wird jedoch schwierig. Verfolgen Sie alle Entwicklungen am Tag nach der Wahl in unserem Live-Ticker.

Live-Ticker zur Landtagswahl hier aktualisieren

  • Die Linke ist stärkste Partei bei den Landtagswahlen in Thüringen geworden. Die CDU schmiert auf rund 22 Prozent ab, die AfD ist zweitstärkste Kraft.
  • Für eine Neu-Auflage der rot-rot-grünen Koalition des amtierenden Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) wird es nicht reichen.
  • Mike Morhing schliesst Zusammenarbeit mit Ramelow nicht mehr aus.

14:13 Uhr: Mit Blick auf die zu erwartende schwierige Regierungsbildung in Thüringen hat ein CDU-Landtagsabgeordneter gefordert, eine Koalition mit der AfD nicht auszuschliessen. "Man tut der Demokratie keinen Gefallen, wenn man ein Viertel der Wählerschaft verprellt", sagte der Thüringer Abgeordnete Michael Heym am Montag.

Zuvor hatte der MDR darüber berichtet. Die AfD erreichte nach vorläufigem Ergebnis 23,4 Prozent und landete damit vor der CDU, die auf 21,8 Prozent rutschte. Heym sagte: "Rechnerisch reicht es für ein Bündnis aus AfD, CDU und FDP. Ich finde, das sollte man nicht von vornherein ausschliessen."

11:50 Uhr: Mit Entsetzen hat der Zentralrat der Juden auf das gute Abschneiden der AfD bei der Landtagswahl in Thüringen reagiert. "Fast ein Viertel der Wähler in Thüringen hat sich für eine rechtsradikale Partei entschieden", sagte der Präsident des Zentralrats, Josef Schuster, am Montag.

Da es gerade in Thüringen keinen Zweifel an der rechtsnationalen Ausrichtung der AfD gebe, könne er die "Ausrede der Protestwahl" nicht gelten lassen. Viele AfD-Wähler hätten sich "mit billiger rassistischer Stimmungsmache und Abwertung der regierenden Parteien einfangen lassen". Schuster fügte hinzu: "Wer AfD wählt, wählt den Weg in ein antidemokratisches Deutschland."

Kritik an Mohrings Vorstoss, mit Linken sprechen zu wollen

11:46 Uhr: Thüringens CDU-Vize-Chef Mario Voigt hat den Vorstoss seines Landesparteichefs Mike Mohring kritisiert, mit den Linken sprechen zu wollen. "Ich bin höchst irritiert über die in den Medien verbreiteten Gesprächsangebote", sagte Voigt am Montag der dpa. Die CDU habe die Wahl verloren. "Der Auftrag der Regierungsbildung und der Ball liegt jetzt bei Bodo Ramelow", sagte Voigt.

Es habe gute Gründe gegeben, vor der Wahl eine Koalition mit der Linken auszuschliessen. "Das ist eine Partei, die den Sozialismus wieder einführen will", sagte Voigt.

Nach Voigts Meinung kann man im Landesverband nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Vielmehr müsse die Wahl zunächst analysiert und in den Gremien über Konsequenzen gesprochen werden. "Wir müssen jetzt erstmal den Scherbenhaufen aufkehren. Das ist eine historische Wahlniederlage", sagte Voigt.

Auch Unions-Mittelstandschef Carsten Linnemann (CDU) hat seine Partei mit drastischen Worten vor einer Zusammenarbeit mit der Linkspartei gewarnt. "Wir müssen endlich Haltung zeigen statt Beliebigkeit und davon schwadronieren, dass wir jetzt mit den Linken reden", sagte Linnemann am Montag der ARD vor einer Sitzung des CDU-Vorstands in Berlin. Das wäre der Anfang vom Ende der CDU als Volkspartei. "Deswegen muss man wenigstens bei dieser Frage Haltung zeigen."

10:59 Uhr: Bodo Ramelows Linke hat die Wahl in Thüringen gewonnen, die Regierungsbildung wird jedoch schwierig. Wir haben analysiert, ob dem Land Thüringen die Unregierbarkeit droht.

9:44 Uhr: Thüringens CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring hat nach der Landtagswahl eine Zusammenarbeit mit den Linken und Ministerpräsident Bodo Ramelow nicht ausgeschlossen.

Erstmals gebe es keine Mehrheit mehr für die "politische Mitte", sagte Mohring am Montag im ARD-"Morgenmagazin". "Aber das heisst nicht, dass wir uns in die Ecke stellen können, sondern wir müssen Verantwortung übernehmen." Was das heisse, müsse man nun ausloten. "Mir sind stabile Verhältnisse wichtiger für das Land, als dass es nur um parteipolitische Interessen geht."

Mohring beanspruchte, dass über den richtig Weg fürs Land vor Ort entschieden wird und nicht in den Parteizentralen. "Ich brauche nicht Berlin, um zu wissen, was für Thüringen nützlich ist", sagte er. Berlin sei "nicht sonderlich nützlich" gewesen im Vorfeld der Wahl. "Deswegen ist die Entscheidung, die wir für die Zukunft des Landes Thüringen treffen müssen, auch keine Frage, die in Berlin beantwortet wird, sondern die beantworten wir alleine in Thüringen."

6:55 Uhr: Nach der Landtagswahl in Thüringen hält der CDU-Generalsekretär im Freistaat, Raymond Walk, an der Absage an Koalitionen mit AfD und Linke fest. "Wir haben ausgeschlossen, dass es Koalitionen mit den Rändern geben wird, also sowohl mit links als auch mit der AfD", sagte Walk der dpa.

Das was vor der Wahl gelte, müsse auch nach der Wahl Bestand haben. "Das gehört zur glaubwürdigen Politik mit dazu."

Bodo Ramelow und Linke-Landeschefin Susanne Hennig-Wellsow müssten nun einen Vorschlag machen, wie es nach ihren Vorstellungen weitergehen solle. "Dann muss man schauen, wer mitmacht und wer nicht."

Wahl in Thüringen: Alle News vom Sonntag

23:51 Uhr: Wir beenden an dieser Stelle vorübergehend die Live-Berichterstattung, am Montagmorgen geht's ab sechs Uhr weiter!

23:49 Uhr: Nach Auszählung aller 3017 Wahlbezirke steht fest: Die FDP hat den Einzug ins Thüringer Landesparlament ganz knapp geschafft.

22:33 Uhr: Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat die CDU aufgefordert, auf das Wahlergebnis von Thüringen angemessen zu reagieren. Den Ausgang der Wahl "kann die CDU nicht mehr ignorieren oder einfach aussitzen", schrieb Merz am Sonntagabend auf Twitter.

"Erstmals in der deutschen Nachkriegsgeschichte haben CDU, SPD, FDP und Grüne zusammen in einem Parlament keine Mehrheit mehr." Wenn es zwischen diesen Parteien keine wahrnehmbaren Unterschiede mehr gebe, wichen die Wähler aus - nach links und nach rechts.

22:21 Uhr: Björn Höcke hat kein Direktmandat bekommen. Der Thüringer AfD-Landeschef erhielt in seinem Wahlkreis Eichsfeld I nach Auszählung fast aller Stimmbezirke lediglich gut 21 Prozent der Erststimmen und kam damit auf Platz zwei. Die meisten Stimmen bekam mit knapp 49 Prozent der CDU-Kandidat Thadäus König.

22:10 Uhr: Biathlon-Olympiasieger Frank Ullrich hat als SPD-Direktkandidat knapp gegen den AfD-Bewerber René Aust verloren. Aust erreichte nach Angaben des Landeswahlleiters vom Sonntag im Südthüringer Wahlkreis Schmalkalden-Meiningen II 24,2 Prozent und lag damit 220 Stimmen vor Ullrich, der auf 23,3 Prozent kam. Die bisherige Mandatsinhaberin Christina Liebetrau (CDU) erzielte 22,8 Prozent.

21:35 Uhr: SPD-Spitzenkandidat Wolfgang Tiefensee hat kein Direktmandat bekommen. Er kam nach Auszählung fast aller Wahlbezirke in seinem Wahlkreis Gera II mit gut 15 Prozent der Erststimmen lediglich auf Platz drei. Platz eins ging an den AfD-Kandidaten Wolfgang Lauerwald mit fast 33 Prozent. Mit 29 Prozent kam der Linken-Politiker Andreas Schubert auf Platz zwei.

Landtagswahlen in Thüringen: Grüne müssen noch bangen

21:01 Uhr: Neben der FDP müssen laut der aktuellen Hochrechnung auch die Grünen um den Einzug ins Landesparlament bangen. Wie die Liberalen liegen sie bei nur noch 5 Prozent.

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Landtagswahl in Thüringen: Reaktionen sprechen Bände

Ministerpräsident Ramelow würde gerne seine rot-rot-grüne Koalition in Thüringen fortsetzen. Doch damit wird es wohl nichts - trotz eines historischen Ergebnisses seiner Partei bei der Landtagswahl. Die Bilder eines Wahlabends mit offenem Ausgang. (hub/dpa)

20:49 Uhr: Nach der Landtagswahl in Thüringen muss die CDU nach Einschätzung des Leipziger Politologen Hendrik Träger ihr Verhältnis zur Linken überdenken. "Die CDU muss sich nach der Wahl darüber klar werden: Grenzt sie sich weiterhin so stark von den Linken ab oder nicht", sagte Träger der Deutschen Presse-Agentur. Das Wahlergebnis bezeichnete er als "historisch". "Wenn die Parteien der Mitte von CDU, SPD, Grünen und FDP bei unter 50 Prozent der Stimmen sind und keine Regierung bilden können, ist das ein Signal, das über das Land hinaus geht."

20:39 Uhr: Die Linke feiert ein historisches Ergebnis. Verantwortlich ist dafür laut einer Analyse der Forschungsgruppe Wahlen nur vor allem einer: Bodo Ramelow.

20:13 Uhr: Wenn sich keine stabile Mehrheit für welche Regierungskoalition auch immer findet, dann gibt es noch die Möglichkeit einer Minderheitenregierung. was das genau bedeutet, erklären wir in diesem Artikel.

19:41 Uhr: Die AfD sieht die CDU nach der Landtagswahl in Thüringen in einer extrem schwierigen Position. Bodo Ramelow von der Linkspartei werde nach den ersten Hochrechnungen "gar nichts anderes übrig bleiben, als mit der CDU zusammen zu gehen", sagte der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen am Sonntagabend der Deutschen Presse-Agentur. Die CDU riskiere in einer solchen Konstellation allerdings "den letzten Rest an konservativer Wahrnehmung".

Eine Landesregierung wie in Thüringen mit einem Linken an der Spitze sei für die AfD "grundsätzlich eine Steilvorlage", um im Wahlkampf zu punkten, fügte er hinzu. Auf die Frage, ob die AfD-Wähler in Thüringen seine Partei wohl wegen oder trotz des rechtsnationalen Spitzenkandidaten Björn Höcke gewählt hätten, antwortete Meuthen, an solchen Spekulationen wolle er sich nicht beteiligen. Dass eine Partei in ihren Wahlkämpfen im Osten und im Westen unterschiedliche Schwerpunkte setze, sei normal.

Thüringen nach der Landtagswahl "unregierbar"?

19:31 Uhr: Die Erfolge von Linkspartei und AfD bei der Landtagswahl machen Thüringen nach Ansicht von CSU-Generalsekretär Markus Blume künftig unregierbar. "Erstmals in der Nachkriegsgeschichte haben Parteien der Extreme eine parlamentarische Mehrheit", sagte er am Sonntagabend der Deutschen Presse-Agentur in München. Das Ergebnis sei dramatisch für die Demokratie.

Die Verantwortung dafür sieht Blume nicht bei der CDU, die mit Mike Mohring einen sehr engagierten Wahlkampf geführt habe, sondern bei SPD und Grünen. "Der Sündenfall war vor fünf Jahren, als SPD und Grüne sich zum Steigbügelhalter für Ramelow (Linke) und die SED-Nachfolger gemacht haben - obwohl ein Bündnis der Mitte möglich war."

"Heute ist Thüringen unregierbar. SPD und Grüne stehen in Thüringen vor dem Scherbenhaufen ihrer eigenen Politik", betonte er. Das müsse auch SPD und Grünen auf Bundesebene eine Warnung sein: "wer mit den Rändern koaliert, verliert".

19:12 Uhr: Grünen-Spitzenkandidatin Anja Siegesmund hält für ihre Partei nach der Thüringer Landtagswahl Koalitionsgespräche mit allen Parteien ausser der AfD für möglich. "Es ist unsere demokratische Pflicht, selbstverständlich mit den demokratischen Parteien, also Linke, SPD und FDP und gegebenenfalls auch mit der CDU zu reden", sagte sie am Sonntagabend.

"Wir haben uns als Grüne ein deutlich besseres Ergebnis erhofft", räumte Siegesmund ein. Die Aufgabe der Partei sei gewesen, das Thema Klimaschutz für Thüringen zu übersetzen, das sei "an der ein oder anderen Stelle" nicht gut gelungen. "Das schmerzt natürlich."

19:09 Uhr: CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring sagte: "Dass die politische Mitte keine Mehrheit bekommen hat, ist das bittere Ergebnis dieses Wahlabends." Es gebe aber auch keine linke Mehrheit in Thüringen. "Die Regierung Ramelow ist abgewählt. Auch das ist ein Ergebnis dieses Tages." Bei dem Ausgang der Wahl handele es sich um ein Ergebnis, mit dem niemand gerechnet habe..

19:07 Uhr: Grünen-Chef Robert Habeck hat sich unzufrieden mit dem Abschneiden seiner Partei bei der Landtagswahl in Thüringen gezeigt. "Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht, aber wir sind mit dem Ergebnis nicht zufrieden", sagte Habeck am Rande der Grünen-Wahlparty am Sonntag in Erfurt. Die Situation sei kompliziert, sagte er mit Blick auf die Möglichkeiten zur Regierungsbildung. "Letztlich bleibt das Fazit, dass alle demokratischen Parteien gesprächsbereit bleiben müssen."

Thüringer Landtagswahl ergibt schwierige Mehrheitsverhältnisse

19:01 Uhr: Zum jetzigen Zeitpunkt hätte nur ein Regierungsbündnis aus Linken und CDU oder eine Koalition aus Linken und AfD eine stabile Mehrheit. Klingt beides im Moment sehr unwahrscheinlich - aber noch ist der Wahlabend ja noch nicht zu Ende. Mit diesem Tool können Sie mögliche Koalitionen selbst ausprobieren:

18:54 Uhr: Nach dem historisch schlechten Abschneiden seiner Partei hat SPD-Spitzenkandidat Wolfgang Tiefensee eine rasche Neuaufstellung der Bundesspitze gefordert. "Die Bundespartei wird gut daran tun, schnell die Personalfrage zu klären", sagte Tiefensee am Sonntagabend in Erfurt. Die SPD müsse sich nun auf Bundesebene mit politischen Projekten profilieren, "mit denen wir die Lebenswirklichkeit der Menschen in Deutschland gestalten können". Dann werde die Partei auch wieder stärker.

18:45 Uhr: Der FDP-Spitzenkandidat Thomas Kemmerich hat nach der Landtagswahl in Thüringen ein Bündnis mit der Linken ausgeschlossen. Er favorisiere weiterhin eine Minderheitsregierung, sagte er am Sonntag in Erfurt. Kemmerich sagte auf die Frage nach einem Bündnis mit der Linken: "Das schliesse ich auch am heutigen Abend aus." Die FDP lag nach ersten Prognosen dicht an der Fünf-Prozent-Hürde. "Ich bin stolz auf die Mannschaft und auf die Wähler, die den Mut hatten, uns die Stimme zu geben", sagte der FDP-Politiker.

Thüringens Ministerpräsident Ramelow sieht klaren Regierungsauftrag

18:42 Uhr: Ministerpräsident Ramelow (Linke) sieht nach dem Sieg seiner Partei bei der Landtagswahl in Thüringen einen klaren Regierungsauftrag. "Ich sehe mich ganz klar bestätigt. Bei dem Zustimmungswert, den meine Partei bekommen hat, ist der Regierungsauftrag klar bei meiner Partei. Und ich werde diesen Auftrag auch annehmen", sagte er am Sonntag in Erfurt. Wegen der guten Wahlbeteiligung sei er stolz auf das Land Thüringen. "Die Wahlbeteiligung ist seit langem nicht mehr so hoch gewesen, deswegen ist es ein grosser Tag für unser Parlament."

18:39 Uhr: AfD-Spitzenkandidat Björn Höcke hat das Abschneiden seiner Partei bei der Landtagswahl als ein deutliches Votum der Wähler gewertet. "Das ist ein klares Zeichen der Thüringer: So geht es nicht weiter." Die AfD habe ihr Ergebnis um mehr als 100 Prozent gesteigert, sagte Höcke unter dem Jubel seiner Anhänger in Erfurt. "Die Thüringer haben heute die Wende 2.0 gewählt." Bei der nächsten Wahl werde die AfD die absolute Mehrheit holen. Die AfD sei auf dem Weg zur gesamtdeutschen Volkspartei. "Fakt ist, die Regierung Ramelow ist abgewählt, und das ist gut für Thüringen", so Höcke.

18:37 Uhr: Ähnlich enttäuscht ist Thüringens SPD-Fraktionsvorsitzender Matthias Hey vom Abschneiden seiner Partei. "Das ist ein sehr, sehr bitteres Ergebnis für die Sozialdemokraten. Das fühlt sich nicht gut an", sagte er am Sonntag in Erfurt.

18:22 Uhr: Vizekanzler Olaf Scholz hat enttäuscht auf das historisch schlechte Abschneiden seiner Partei reagiert. "Das Ergebnis ist natürlich nicht schön. Am meisten bedrückt natürlich das Wahlabschneiden der AfD, das hier vorhergesagt wird", sagte der SPD-Politiker am Sonntagabend in der ARD. "Das ist etwas, was mich bedrückt, und noch viele andere, die ich kenne."

Das Ergebnis sei eine grosse Herausforderung für eine Regierungsbildung. Die SPD stehe bereit, Verantwortung zu übernehmen. Klar sei: "Die AfD gehört nicht in eine Regierung. Ich glaube, das ist für alle klar."

Landtagswahl Thüringen: Erste Hochrechnung

18:20 Uhr: Soeben ist die erste Hochrechnung (ARD) eingetrudelt: Die Linke liegt bei 29,7 Prozent, die CDU bei 22,5 Prozent, die AfD bei 23,8 Prozent, die SPD bei 8,5 Prozent, die Grünen bei 5,4 und die FDP bei 5,0 Prozent.

18:15 Uhr: Der Linken-Fraktionschef im Bundestag, Dietmar Bartsch, hat den Ausgang der Landtagswahl in Thüringen als historischen und sensationellen Sieg seiner Partei gewürdigt. "So ein Ergebnis haben wir uns kaum träumen lassen", sagte er am Sonntagabend nach der Landtagswahl im ZDF. Dies sei ein Verdienst von Regierungschef Bodo Ramelow (Linke). "Es gibt einen klaren Regierungsauftrag, den wird Bodo Ramelow annehmen", sagte Bartsch in der ARD. Die AfD in Thüringen sei viel zu stark, kritisierte er. Ihr Ziel - stärkste Partei zu werden - habe sie aber nicht erreicht.

Thüringens Sozialministerin Heike Werner (Linke) hat sich zufrieden mit dem Ergebnis ihrer Partei gezeigt. "Das ist ein starkes Ergebnis, über das wir uns sehr freuen. Wir hoffen darauf, dass Rot-Rot-Grün weitergeführt werden kann", sagte sie am Sonntag in Erfurt. Für Ministerpräsident Bodo Ramelow sei das Ergebnis ein starkes Zeichen.

Landtagswahl Thüringen: Historischer Sieg für die Linke - AfD vor der CDU

18:00 Uhr: Die Linke ist bei der Landtagswahl in Thüringen erstmals stärkste Kraft in einem Bundesland geworden. Nach den Prognosen von ARD und ZDF vom Sonntagabend zeichnete sich aber eine schwierige Regierungsbildung ab. Die AfD konnte ihr Ergebnis von vor fünf Jahren mehr als verdoppeln. Die Zahlen, wie sie die ARD soeben veröffentlicht hat: Demnach holt die Linke 29,5 (+1,3) Prozent, die CDU schafft nur 22,5 (-11) Prozent, die AfD erreicht 24 (+13,4) Prozent. Die SPD fällt auf nur noch 8,5 (-3,9) Prozent, die Grüne fahren 5,5 (-0,2) Prozent ein, die FDP liegt bei 5 (+2,5) Prozent.

Im ZDF sehen die Zahlen folgendermassen aus: Linke 30 Prozent, CDU 22 Prozent, AfD 23 Prozent, SPD 8 Prozent, Grüne 5,5 Prozent, FDP 5,5 Prozent.

Die Wahlbeteiligung lag mit gut 65 Prozent deutlich höher als bei der Landtagswahl vor fünf Jahren (2014: 52,7).

17:07 Uhr: Eine Meldung, die grundsätzlich alle Demokraten freuen dürfte: Schon um 16 Uhr wurde in Thüringen die Wahlbeteiligung von 2014 übertroffen. Nach Angaben des Landeswahlleiters hatten zwei Stunden vor Schliessung der Wahllokale rund 54,1 Prozent und damit mehr als die Hälfte der rund 1,7 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Bei der Wahl 2014 hatte die Beteiligung am Ende 52,7 Prozent betragen, um 16 Uhr waren es 40,8 Prozent gewesen. Dazu kommen noch die Stimmen der Briefwähler. Nach Umfragen bei den Gemeinden haben fast 14 Prozent der Wahlberechtigten im Vorfeld von der Briefwahl Gebrauch gemacht.

16:30 Uhr: In 90 Minuten schliessen die Wahllokale und die ersten Prognosen werden veröffentlicht. Gegen 18.15 Uhr soll dann schon eine erste Hochrechnung abrufbar sein. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse und halten Sie selbstredend auf dem Laufenden! Auf dieser Seite haben wir alle interessanten Ergebnisse und Zahlen zur Landtagwahl 2019 in Thüringen zusammengefasst! Wichtig: Erst nach 18 Uhr werden die Grafiken mit aktuellen Stimmzahlen aktualisiert.

Beteiligung an Thüringer Landtagswahl deutlich höher als 2014

15:34 Uhr: Der Trend hin zu einer höheren Wahlbeteiligung bestätigt sich weiter: Bis 14 Uhr hatten nach Angaben des Landeswahlleiters rund 42,2 Prozent der rund 1,7 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. 2014 hatte zu diesem Zeitpunkt die Wahlbeteiligung bei 30 Prozent gelegen. Auch bei der Europawahl im Mai hatten bis 14 Uhr erst 36,4 Prozent der Wahlberechtigten gewählt.

15:04 Uhr: Bodo Ramelow bleibt übrigens laut Thüringer Verfassung so lange geschäftsführend im Amt des Ministerpräsidenten, bis ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gewählt ist. Das Ganze kann ziemlich lange dauern, eine endgültige Frist, bis wann eine neue Regierung gefunden sein muss, gibt es nicht.

Landtagswahl Thüringen: Letzte Umfragen sehen die Linke auf Platz 1

14:33 Uhr: Bodo Ramelow tritt gegen CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring an. In Umfragen lag die Linke zuletzt mit 28 Prozent vorn, die CDU kam auf 24 bis 26 Prozent, die AfD mit Spitzenkandidat Björn Höcke auf 21 bis 24 Prozent. Lesen Sie hier, was Sie über die Landtagswahl in Thüringen wissen müssen.

14:10 Uhr: Rund 1,7 Millionen Wahlberechtigte sind im Freistaat Thüringen aufgerufen, das Parlament für die nächsten fünf Jahre zu bestimmen. Die Thüringer können bis zum Abend um 18 Uhr ihre Stimme abgeben.

Den Umfragen zufolge dürfte es spannend werden: Nach den letzten Erhebungen wackelt die Mehrheit der rot-rot-grünen Landesregierung von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke).

Live-Ticker zur Landtagswahl in Thüringen: FDP als grosser Unsicherheitsfaktor

Bei der Landtagswahl in Thüringen hat sich am Sonntag eine deutlich höhere Wahlbeteiligung abgezeichnet als vor fünf Jahren. Nach Angaben des Landeswahlleiters hatten bis 12 Uhr rund 31,2 Prozent der rund 1,7 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. 2014 hatte zu diesem Zeitpunkt die Wahlbeteiligung bei 19,9 Prozent gelegen. Die Briefwähler sind dem Landeswahlleiter zufolge in diesen Zahlen nicht enthalten.

Gerechnet wird mit einem spannenden Wahlabend, weil sich zuvor in Umfragen kaum mögliche Koalitionen abzeichneten. In den vergangenen fünf Jahren regierte Deutschlands erster und bislang einziger linker Ministerpräsident Bodo Ramelow in der Staatskanzlei in Erfurt und führte ein Bündnis von Linke, SPD und Grünen. Diese Koalition hatte im Landtag nur eine Stimme Mehrheit.

Zwar setzte sich die Linke vor der Wahl in den Erhebungen mit 28 Prozent an die Spitze. Doch seine bisherigen Bündnispartner SPD und Grüne lagen jeweils bei unter 10 Prozent. Für eine Neuauflage der rot-rot-grünen Koalition unter Führung Ramelows könnte es knapp werden.

Als grosser Unsicherheitsfaktor mit Blick auf mögliche Bündnisse gilt die FDP, die in Umfragen zuletzt genau bei der 5-Prozent-Hürde lag und derzeit nicht im Landtag vertreten ist. Schafft sie den Sprung, bräuchte ein rot-rot-grünes Bündnis noch mehr Mandate, um zu einer Mehrheit im Parlament zu kommen.

CDU will Vierer-Bündnis mit SPD, Grünen und FDP

Die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Mike Mohring strebt in Thüringen ein Vierer-Bündnis zusammen mit SPD, Grünen und FDP an. Doch auch eine solche sogenannte Simbabwe-Koalition stand in Umfragen ohne Mehrheit da. Ein Bündnis mit der Linken oder der AfD lehnt Mohring ab.

Für die AfD werden wie schon bei den Wahlen in Sachsen und Brandenburg starke Zuwächse erwartet. Allerdings will mit der Partei und ihrem Spitzenkandidaten Björn Höcke keine politische Kraft mit Chancen auf den Einzug ins Parlament zusammenarbeiten. Die AfD erreichte in Umfragen zuletzt Werte zwischen 21 und 24 Prozent.

Die Spitzenkandidaten der grossen Parteien gaben am Vormittag ihre Stimmen ab. Zu den ersten Wählern zählten dabei die Grünenpolitiker Anja Siegesmund und Dirk Adams, die jeweils schon kurz nach 09.00 Uhr in Jena und Erfurt an die Urnen traten. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) kam mit seiner Frau Germana Alberti vom Hofe gegen 10.30 Uhr zur Stimmabgabe.

Wenig später ging AfD-Landeschef und Spitzenkandidat Björn Höcke in seinem Wohnort Bornhagen (Eichsfeld) ins Wahllokal. Auch die Spitzenkandidaten von SPD, Wolfgang Tiefensee, und CDU, Mike Mohring, hatten bis Mittag in Erfurt beziehungsweise Apolda ihre Stimmen abgegeben.

Unter den Wahlberechtigten sind in Thüringen auch 75.000 Erstwähler. 18 Parteien wurden zur Wahl zugelassen. Im Land gibt es insgesamt 44 Wahlkreise. Um die Mandate bewerben sich 399 Listenkandidaten, darunter 113 Frauen. (pak/hub/dh/dpa)