Brigitte Macron, die Ehefrau des französischen Präsidenten Emmanuel Macron ist beliebt im Land. Dennoch wollen ihr nun die Franzosen den Status der "Prémiere Dame" verwehren. Was es damit auf sich hat und wie die Präsidentengattin tickt.

Breites Lächeln, Pagenkopf, Pariser Chic: Brigitte Macron ist eine selbstbewusste Frau. Seit ihr Mann Emmanuel Macron zum Präsidenten von Frankreich gewählt wurde, ist sie überall präsent.

Sie trifft sich mit Grössen aus der Welt der Politik und Kultur, steht ihrem Mann bei wichtigen Terminen zur Seite und engagiert sich sozial.

Sie ist 24 Jahre älter - und er nun die Präsidenten-Hoffnung Frankreichs.

Unlängst plauderte sie mit U2-Sänger Bono und diskutierte mit Rihanna Frankreichs Investitionen in Entwicklungsländern.

Und sie ist unglaublich beliebt bei den Franzosen. 200 bis 250 Briefe bekommt die Frau des Präsidenten täglich, meldet der Élysée-Palast. Das sind dreimal so viele wie die bislang beliebteste Präsidentschaftsgattin, Carla Bruni, Ehefrau von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy, schreibt die "Süddeutsche Zeitung" online.

Schon während des Wahlkampfs spielte Brigitte Macron eine wichtige Rolle an der Seite ihres Mannes. Nun soll diese Rolle zementiert werden. Macron strebt ein offizielles Statut für den Partner des Präsidenten an, also für die "Première Dame" oder den "Premier Homme". Dabei sollen nicht nur die Aufgaben des präsidialen Ehepartners festgezurrt werden, sondern auch ein festgelegtes Budget.

Petition gegen Brigitte Macron

Ein Vorstoss, der bei den Franzosen in Zeiten verschärfter Sparmassnahmen nicht gerade gut ankommt. Fast 200.000 Franzosen haben nach aktuellem Stand bereits eine Petition unterschrieben, die sich gegen einen offiziellen Status der "Première Dame" ausspricht. Es bestehe "keinerlei Grund" für ein eigenes Budget der Frau des Staatschefs aus öffentlichen Mitteln, findet der Initiator der Petition. Wobei er auch festhält, dass Brigitte Macrons "Kompetenzen in keiner Weise infrage gestellt" würde.

Ein Rückschlag für das besondere Paar, das schon so viele Hindernisse überwunden hat.

Die besondere Beziehung der Macrons

Da ist zunächst der Altersunterschied von fast 25 Jahren. Kennengelernt haben sich die Macrons im nordfranzösischen Amiens, in der von Brigitte geleiteten Theatergruppe eines katholischen Gymnasiums.

Brigitte war damals verheiratet, eine Beziehung mit ihrem Schüler schien aussichtslos. Mit 17 Jahren verliess Emmanuel Macron die enge Provinzstadt, seine Schulzeit schloss er in Paris ab. "Sie hatte damals drei Kinder und einen Ehemann", berichtet er rückblickend in seinem Buch "Révolution". "Ich war meinerseits Schüler und nicht mehr."

Es dauerte bis 2007, bis die beiden heirateten - 15 Jahre nach ihrem Kennenlernen. Die aus der konservativen, alteingesessenen Schokoladendynastie Trogneux stammende Brigitte habe zuvor den Tod ihrer Eltern abgewartet, berichtet die Journalistin Alix Bouilhaguet in ihrem Buch "Le Couloir de Madame".

"Unsere Geschichte hat uns einen hartnäckigen Willen eingehämmert, nichts dem Konformismus zu überlassen", resümiert Emmanuel Macron.

Brigitte Macron will nicht im Hintergrund bleiben

Das erklärt auch, weshalb sich seine Frau nicht damit zufrieden geben will, als hübsches Beiwerk bei öffentlichen Auftritten ihres Mannes zu fungieren und ansonsten grösstenteils im Hintergrund zu bleiben.

Brigitte Macron hatte bereits kurz nach dem Wahlsieg ihres Mannes zu Protokoll gegeben, sie wolle die Rolle der Präsidentschaftsgattin neu definieren. Ihr lägen vor allem die sozialen Aussenseiter am Herzen; wie etwa arbeitslose Jugendliche und Menschen mit Behinderung. Zudem will sie sich für eine bessere Bildung engagieren.

Und dieses Engagement will sie sich auf keinen Fall nehmen lassen. Das teilte auch der Élysée-Palast ganz offiziell mit: "Die Franzosen schreiben ihr Hunderte Briefe am Tag. Sie wird nicht sagen 'Ich höre damit auf und kümmere mich um Tischdecken und Blumen.'" (ska/dpa)