Glutenunverträglichkeit? Diese Lebensmittel sollten Sie meiden

Sie leiden unter einer Glutenunverträglichkeit oder Glutensensitivität? Die einzige erfolgversprechende Therapie ist der lebenslange Verzicht auf Gluten. Doch in vielen Lebensmitteln steckt Gluten - auch wenn Sie es gar nicht vermuten.

Glutenfreies Brot, glutenfreie Kekse, glutenfreie Nudeln - die Supermarktregale sind voll von glutenfreien Produkten. Sie erkennen die Produkte an dem Logo mit der durchgestrichenen Ähre. Bei allen anderen Lebensmitteln heisst es aufpassen: Selbst Produkte, bei denen Sie es nicht vermuten würden, können Gluten enthalten. Doch was bedeutet eigentlich eine Glutenunverträglichkeit?
Unterschieden werden muss zwischen Glutenintoleranz (Zöliakie) und Glutensensitivität. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) leiden etwa ein Prozent der Bevölkerung unter Zöliakie, einer Autoimmunkrankheit, bei der Ihr Körper beim Verzehr von Gluten Antikörper produziert, die sich gegen das Darmgewebe richten. Betroffene reagieren mit Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall bis hin zu Eisenmangel und Erbrechen.
Bei einer Glutensensitivität sind die Symptome in der Regel nicht so schwerwiegend wie bei der Glutenintoleranz. Betroffene leiden unter chronischer Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Benommenheit. Verdauungsbeschwerden und Blähungen können ebenso vorkommen. Doch der Verzehr von Gluten führt nicht zu einer Produktion von Antikörpern. Bei geringen Mengen gibt es keine Symptome. Eine Diagnose sollte aber stets ein Arzt stellen.
Achtung bei Süssigkeiten! Die harmlos aussehende Schokolade oder das Päckchen Gummibärchen kann durchaus glutenhaltig sein. Die Lebensmittelindustrie setzt häufig Gerstenmalz als Süssungsmittel ein und auch Aromastoffe können glutenhaltig sein. Das gilt ebenfalls für Bonbons, Kaugummis und Reiswaffeln. Ein Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe ist ratsam.
Wenn die nächste Eisdiele kein speziell deklariertes glutenfreies Eis anbietet, sollten Sie Ihre Eisgelüste lieber auf abgepacktes Eis mit klar ersichtlichen Zutaten richten. Die stabilisierenden Eigenschaften von Klebereiweiss werden nämlich gern für die Herstellung von Speiseeis verwendet. Auch durch die Waffeln kann das Eis Spuren von Gluten enthalten.
Fisch, Avocado und Reis: Die Hauptzutaten für Sushi klingen im ersten Moment nicht unbedingt nach einer Glutenbombe. Doch Vorsicht: In fertigem Sushi kann glutenhaltiger Essig enthalten sein. Traditionell wird Reisessig zum Würzen vom Sushireis verwendet und dieser kann unter Umständen Gluten enthalten. Auch industriell hergestellte Sojasaucen können glutenhaltig sind.
Viele Käsesorten können Sie in der Regel bedenkenlos verzehren, selbst wenn Sie unter einer Glutenunverträglichkeit leiden. Unverarbeitete Sorten und Frischkäse Natur sollten immer glutenfrei sein. Sobald Kräuter oder Frucht enthalten sind, sollten Sie die Sorte genauer unter die Lupe nehmen. Käse ist nicht gleich Käse ...
Harzer Käse kann unter Umständen mit Bier bestrichen sein, was wiederum glutenhaltige Gerste enthält. Auch Light-Käse, Schimmelkäse und Schmelzkäse sind möglicherweise glutenhaltig. Geriebenen Käse sollten Sie besser ebenfalls nicht kaufen - oft wird ein glutenhaltiger Trennmittelzusatz verwendet. Bei allen Joghurt- und Quarkerzeugnissen gilt: Solange Sie die Naturvariante wählen, dürfte sie glutenfrei sein.
Essen Sie gern Wurst und Würstchen, sollten Sie folgendes wissen: Viele Wurstarten enthalten Mehl zum Binden. Greifen Sie daher besser immer zu Produkten mit dem Logo mit der durchgestrichenen Ähre.
Das klingt im ersten Moment abwegig, aber auch bei Trockenobst warnt die Deutsche Zöliakie Gesellschaft vor enthaltenem Gluten. Die Förderbänder können beim Abfüllen bemehlt sein, um ein Zusammenkleben der Früchte zu verhindern. Wurde tatsächlich Weizenmehl dafür verwendet, sollte das auf der Verpackung angegeben sein.
Glücklicherweise sind Kartoffeln von Natur aus glutenfrei. Solange Sie Pommes, Chips und Co. selbst zubereiten, sollte alles glutenfrei sein. Doch leider wird bei industriell hergestellten Kartoffelprodukten - dazu gehören auch Kartoffelpuffer, Kartoffelgratin und Kroketten - als Trenn- oder Bindemittel Weizenmehl eingesetzt.
Bei frischen Kräutern oder reinen Gewürzen brauchen Sie sich keine Sorgen um Gluten zu machen. Allerdings ist bei Gewürzmischungen Vorsicht geboten, da das Klebereiweiss ein beliebtes Bindemittel ist. Gerade bei Tütensuppen ist es sehr wahrscheinlich, dass Gluten enthalten ist.
Wenn Sie kein begnadeter Koch sind oder wenig Zeit haben, werden Sie wohl öfter Fertiggerichte kaufen. Diese Produkte enthalten sehr häufig Gluten und sind für Zöliakie-Patienten ungeeignet. Motivieren Sie sich lieber, eine grosse Menge vorzukochen und einzufrieren - das ist sowieso gesünder als die vitaminarmen, zucker-, fett- und glutenhaltigen Fertiggerichte.
Gluten wirkt auch als Stabilisator in vielen Saucen. So kann es vorkommen, dass Ketchup, Barbecue-Saucen, Senf und Mayonnaise glutenhaltig sind. Ein Blick auf die Zutatenliste ist daher dringend erforderlich.
Leiden Sie unter einer Glutenunverträglichkeit, können auch alkoholische Getränke zum Problem werden. Wein, Sekt, Prosecco, Obstbranntweine, Korn, klare Brände, Rum und Gin sorgen zwar für glutenfreie feuchtfröhliche Abende. Klassisches Bier, Liköre, Glühwein und Blended Whisky sind allerdings tabu. Doch Bierliebhaber können aufatmen: In manchen Geschäften gibt es inzwischen glutenfreies Bier.
Wenn Sie wirklich sicher gehen wollen, sollten Sie sich ausführliche Informationen über glutenfreie Lebensmittel von Experten holen. Eine verlässliche Informationsquelle mit einer guten Übersicht bietet die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V. (DZG) oder das Deutsche Ernährungsberatungs- und -informationsnetz (DEBInet).