Aufgrund der Corona-Pandemie mussten im Frühjahr und Sommer etliche Fitnessstudios schliessen. Die Abos der Kunden liefen jedoch weiter. Haben sie das Recht auf eine gerechte Erstattung?

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Während des Lockdowns hatten viele Menschen vor allem eines: Zeit. Diese im Fitnessstudio zu verbringen, war allerdings nicht möglich. Ein Grossteil aller Einrichtungen hatte geschlossen. Die Kunden zahlten dennoch. Steht ihnen nun, da die Studios wieder geöffnet haben, ein Ausgleich zu?

Das Obligationenrecht besagt: Jeder Ausfall muss erstattet werden, wird die Leistung nicht erbracht. Das berichtet das Konsumenten-Magazin "Espresso" von Radio SRF 1. Lediglich Studios, die Abweichendes in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen aufführen, dürften sich vom Obligationenrecht lossagen.

Ein entsprechender Vermerk sei in den AGBs der Fitnessstudio-Kette clever fit nicht zu finden. Dennoch würde den Kunden keine angemessene Erstattung angeboten werden, heisst es in dem Bericht. Zwar werde mit einer Gutschrift der ausgefallenen Monate geworben, ein Kunde berichtet jedoch, dass dies die Verlängerung des Abonnements voraussetze.

Auf das aktuell laufende Abo habe die vorübergehend stattgefundene Schliessung keinen Einfluss. Der namentlich nicht genannte Kunde ärgert sich: "Der Ausfall war im laufenden Abo. Ergo müsste auch das laufende Abo verlängert werden."

Keine Abo-Verlängerung, keine Erstattung

Wie clever fit diese Vorgehensweise rechtfertigt? Auf Anfrage des Konsumenten-Magazins heisst es: "Mit unserer Lösung können wir den finanziellen Schaden auf einen längeren Zeitraum verteilen und dieser wird für uns dadurch verkraftbar." Kunden, die ihr Abo nach Ablauf der Vertragslaufzeit nicht verlängern, haben das Nachsehen. Sie haben in den Lockdown-Monaten Beitragsgebühren gezahlt, ohne je eine Gegenleistung dafür zu erhalten.

Ein Grossteil der Fitnessstudios regelt dies anders. Wie aus dem Bericht hervorgeht, würden viele Einrichtungen die Dauer des Ausfalls an das laufende Abo anhängen. Wieder andere profitieren von der Kulanz und Solidarität ihrer Kunden und können auf eine Erstattung gänzlich verzichten.

Lassen sich Fitnessstudio-Abos pausieren?

Wer zu einer Risikogruppe zählt und den Gang ins Fitnessstudio vorerst noch meiden möchte, kann sich ein ärztliches Attest ausstellen lassen. Mit diesem sollte das Pausieren eines laufenden Abos problemlos über die Bühne gehen. Auch hier wird im Normalfall bei der Rückkehr die reguläre Vertragslaufzeit um die ausgesetzte Zeitspanne ergänzt.

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