• Lästigen Telefonanrufen von Versicherungsmaklern soll schon bald der Riegel vorgeschoben werden.
  • Sowohl Krankenkassen als auch der Bund wollen zum Schutz der Verbraucher neue Bestimmungen in Kraft setzen.

Mehr Verbraucherthemen finden Sie hier

Unerwünschte Anrufe von Versicherungsmaklern führen seit Jahren vermehrt zu Beschwerden. Dem wollen Krankenkassen nun ein Ende bereiten.

Eine neue Branchenvereinbarung der Verbände Santésuisse und Curafutura soll 2021 in Kraft treten und dafür sorgen, dass die sogenannte Kaltakquise nicht mehr erlaubt ist. Bedeutet: Telefonanrufe ohne Kundenbeziehung sind verboten und können mit einer Busse bestraft werden.

"Die unerwünschten Anrufe von windigen Versicherungsmaklern sind für alle ein Ärgernis. Mit der neuen Branchenvereinbarung können nun Bussen ausgesprochen werden", versichert Matthias Müller, Sprecher von Santésuisse, dem SRF-Konsumentenmagazin "Espresso".

Darüber hinaus sind die Provisionen, die für Versicherungsabschlüsse an die Makler gezahlt werden, in der Vereinbarung geregelt. Die sollen künftig niedriger ausfallen: 70 Franken für den Abschluss einer Grundversicherung, eine Jahresprämie bei Abschluss einer Zusatzversicherung. Bis zu 2.000 Franken können es bei einer privaten Spitalzusatzversicherung werden.

Zu hohe Provisionen für Telefonmakler

Damit sind die Beträge nach wie vor hoch, zu hoch, findet Sarah Stalder, Geschäftsführerin der Stiftung für Konsumentenschutz. "In der Grundversicherung sollte es gar keine Provision geben. Da jagen sich die Versicherungen nur gegenseitig Kunden ab. Bei der Zusatzversicherung genügen aus unserer Sicht einige hundert Franken pro Provision", sagt Stalder.

Neben den Krankenkassen beschäftige sich auch der Bund mit den aufdringlichen Makleranrufen, erklärt Stalder. Eine neue Bestimmung im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb besage, dass Firmen, die unrechtmässig Daten sammeln, dafür bestraft werden können. "Wenn eine Schweizer Krankenkasse Adressen und Telefonnummern von einem ausländischen Callcenter kauft, die illegal erhoben wurden, kann die Krankenkasse zur Rechenschaft gezogen werden. Bisher war das nicht möglich."

Callfilter sollen Verbraucher schützen

Sogenannte Callfilter sollen Verbraucher ab Juli 2021 ebenfalls vor lästigen Makleranrufen schützen. Für sämtliche Schweizer Telekommunikationsunternehmen soll dann der Einsatz dieser Filter verpflichtend sein. Einige Firmen machen bereits jetzt davon Gebrauch, darunter Swisscom und Sunrise. Salt und UPC seien laut Bericht allerdings noch nicht so weit.  © 1&1 Mail & Media/spot on news