Anti-Plastik-Offensive bei Migros: Der Detailhändler hat bekanntgegeben, dass er bei zahlreichen Convenience-Verpackungen künftig auf nachwachsende Rohstoffe setzt – und damit über 100 Tonnen neues Plastik einsparen kann. Der Plan stösst nicht nur auf positive Reaktionen.

Mehr aktuelle News lesen Sie hier

Fertigsalate, Birchermüsli, Sandwiches: Die Produkte für den Sofortkonsum sind in Supermärkten stetig gefragt. Insbesondere gesunde Varianten finden immer grösseren Absatz. Doch sind die Lebensmittel "to go" meist in viel Plastik verpackt. Der Detailhändler Migros will beiden Entwicklungen gerecht werden und hat angekündigt, bei über 10 Convenience-Verpackungen von Plastik auf Karton umzusteigen.

Neue Verpackungskonzepte

Zu den Produkten gehören Dreieck-Sandwiches der Marke "Anna's Best". Deren Verpackung soll mit 95 Prozent weniger Plastik auskommen. Bei Fertigsalaten und Birchermüslis der gleichen Marke kommt Recycling-PET zum Einsatz. Das Verpackungsgewicht von Salatbowls wurde ausserdem halbiert, indem das integrierte Behältnis mit den Zutaten weggelassen wurde.

Jährlich sei das eine Ersparnis von 170 Tonnen Plastik-Neumaterial, teilt Migros in einer Mitteilung am Mittwoch mit. Das Ziel der Migros sei es, im Rahmen ihrer Initiative "Generation M" bis Ende nächsten Jahres 6.000 Tonnen Verpackungsmaterial einzusparen oder ökologisch zu optimieren.

Es gibt auch kritische Stimmen

In einem Interview mit "20 Minuten" äusserte sich Yves Zenger, ein Sprecher von Greenpeace, kritisch zum Migros-Plan: "Der Schritt der Migros klingt gut, hält aber nicht, was er verspricht." Ein Wechsel zu Wegwerfverpackungen aus anderen Materialien werde das Problem nicht lösen, sondern nur verschieben.

Für Papier und Karton würden klimarelevante Wälder geholzt, Recycling-Plastik sei oftmals nicht sortenrein genug. Nur mit Mehrweg-Liefersystemen könne der Teufelskreis von Ressourcenverwendung und Umweltzerstörung durchbrochen werden, sagt Zenger.

Auch dort ist Migros nach eigenen Angaben dran: Als erster Schweizer Detailhändler habe es die Mehrwegschale für die Restaurants und Take-Aways eingeführt. Ähnliche Konzepte für den Supermarkt seien derzeit in der Prüfung. Und: An der Bedientheke könnte bereits eigene Tupperware mitgebracht werden. (jom)  © 1&1 Mail & Media / SN