Umwelt und Geldbeutel schonen: So leben Sie 2019 nachhaltiger!

Nicht nur wir in Europa, sondern in der ganzen westlichen Welt leben die Menschen weit über ihre Verhältnisse. Und das zulasten anderer und der Umwelt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie 2019 nachhaltiger leben können. Grosser Verzicht ist dabei oft gar nicht nötig - viele kleine Schritte helfen schon, um etwas zu bewirken.

Unser ökologischer Fussabdruck wird immer grösser: Wenn alle Menschen den Lebensstil der westlichen Welt pflegen würden, bräuchten sie die Ressourcen von drei Erden! Doch jeder kann etwas tun, um diese Verschwendung zu verringern: Mit einfachen Tipps und Tricks können Sie Ihr Leben 2019 etwas nachhaltiger gestalten.
Geholt, ausgetrunken und ab in den Müll: Laut der Deutschen Umwelthilfe werden allein in Deutschland im Jahr fast drei Milliarden Einwegbecher verbraucht. Gut, dass sich immer mehr Kaffeeketten dem Pfandsystem Recup für Coffee-to-go-Mehrwegbecher anschliessen. Auch eine Alternative: der eigene Thermobecher.
Plastik ist eines der drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit. Deswegen: Die Plastikflaschen stehen lassen und lieber Kästen mit Glasflaschen nach Hause bringen. Noch besser: Das hierzulande hervorragende Leitungswasser mit einem Wassersprudler aufpeppen. Für unterwegs: die eigene Trinkflasche mitnehmen!
Auch im Badezimmer kann man Ressourcen sparen: Statt Wattepads oder Wegwerftücher zu verwenden, einfach zu Waschlappen und Abschminkcreme greifen. Kaufen Sie für Duschgel, Shampoo und Handseifen Nachfüllpacks statt neuer Flaschen. Ideal: feste Seifen und Shampoos ohne Plastikverpackung.
Hunderttausende Tonnen Lebensmittel werfen wir jedes Jahr weg. Dabei ist es gar nicht so schwer, etwas - also: sich - zu ändern. Durch bessere Planung etwa. Braucht es einen Grosseinkauf, wenn man weiss, dass man die Woche viel unterwegs ist und kaum zum Kochen kommt?
In diesem Zusammenhang der grösste Fehler: Lebensmittel wegwerfen, die über dem Mindesthaltbarkeitsdatum liegen. Denn "abgelaufen" bedeutet im seltensten Fall "nicht mehr geniessbar". Also: Augen und Nase benutzen.
Damit nicht wie bisher fast ein Drittel aller produzierten Lebensmittel im Müll landet, haben zahlreiche Initiativen nach Lösungen gesucht: Auf Plattformen wie Foodsharing.de geben User - etwa vor einem längeren Urlaub - noch gute Lebensmittel gratis ab.
Viele Supermärkte bieten inzwischen Papier- anstelle von Plastiktüten an. Noch besser: Nehmen Sie für Ihren Einkauf - wie damals Omi - einfach einen Einkaufskorb oder eine Tragetasche mit. Für loses Obst und Gemüse eignen sich kleine Stoffbeutel.
Auch wenn es Ihnen schmeckt: Weniger Fleisch zu essen, ist ebenfalls ein Schritt zu mehr Nachhaltigkeit. Laut Bundesumweltministerium fallen je nach Tierart zwischen 3,25 Kilogramm (Schwein) und 14,34 Kilogramm CO2 (Rind) je Kilogramm verzehrtem Fleisch an.
Das ist jedoch kein Vergleich zu einer Flugreise: Laut CO2-Rechner des Umweltbundesamtes erzeugt ein gut zweistündiger Flug von München nach Mallorca und zurück rund 650 Kilogramm CO2 je Fluggast. Nach Gran Canaria (ca. 4 Stunden) sind es schon 1,4 Tonnen. Und bei einem Interkontinental-Flug nach New York fallen über 4 Tonnen an.
Also stattdessen mit dem Auto in den Urlaub? Nachhaltiger ist es, mit dem Zug durch Europa reisen. Weiterer Vorteil: Man muss sich nicht auf die Strasse konzentrieren und kann die Zeit für die Familie, ein Nickerchen oder die neue Lieblingsserie nutzen.
Denken Sie der Umwelt zuliebe nach: Muss es beim Autoneukauf wirklich ein SUV sein? Die PS-Monster verbrauchen aufgrund ihres höheren Gewichts und Luftwiderstands mehr Sprit als ein "bodenständiges" Auto. Wer in der Stadt wohnt, sollte unbedingt über Car-Sharing nachdenken.
Auto fahren führt zu Unfällen, langen Staus, entnervten Pendlern und schlechter Luftqualität. Lassen Sie es also so oft wie möglich stehen. Warum nicht mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren? Oder alternativ: Morgens mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, um nicht verschwitzt im Büro zu sitzen, und abends radeln Sie mit einem geliehenen Rad heim.
Elektro-Roller sind ebenfalls ein umweltfreundlich(er)es Fortbewegungsmittel: In einigen Städten gibt es bereits Sharing-Anbieter. Helme sind immer beim Leihroller dabei.
Bei der Anschaffung neuer Haushaltsgeräte sollten Sie auf die Energieeffizienzklasse achten. Kühlschränke, Waschmaschinen und Trockner mit "A+++" mögen in der Anschaffung etwas teurer sein, verbrauchen aber deutlich weniger Strom. Auch der Einsatz von stromsparenden LED-Leuchten macht sich letztendlich auch im Geldbeutel bemerkbar.
Klar, die Bude soll nicht eiskalt sein, wenn man aus der Arbeit nach Hause kommt. Aber die Heizung durchlaufen zu lassen, ist die reinste Verschwendung. Eine clevere Lösung: Thermostate, die zu einer bestimmten Zeit anspringen. Und: Erinnern Sie sich noch an die 4 Tonnen CO2, die so ein Flug nach New York verursacht? Eine schlecht gedämmte Altbauwohnung mit 130 Quadratmetern verursacht im Schnitt 4,6 Tonnen CO2 pro Jahr.
Wer beim CO2 sündigt, kann Kompensation betreiben. Seriöse Anbieter wie Atmosfair oder myclimate verwenden Beiträge (bei elf Tonnen CO2 im Jahr sind etwa 250 Euro fällig), um an anderer Stelle Klimaschutz zu betreiben. So fliesst das Geld beispielsweise in Solarkocher in Ruanda oder Sri Lanka, die klimaschädliche Holz(kohle)-Feuerstellen ersetzen sollen. Oder in Biogas-Anlagen in Indien.