Kühlschrank oder nicht? Obst und Gemüse richtig lagern

Wussten Sie, dass viele Obst- und Gemüsesorten nicht in den Kühlschrank gehören und nicht nebeneinander gelagert werden sollten? Wir verraten Ihnen, wie Sie mit der richtigen Lagerung Lebensmittelverschwendung vermeiden können. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Manche Obst- und Gemüsesorten können sich einfach nicht riechen und sollten separat gelagert werden. Das liegt an dem Reifegas Ethylen, welches dafür sorgt, dass der Reifeprozess beschleunigt wird. Hin und wieder kann das nützlich sein, wenn Sie möchten, dass eine unreife Frucht nachreift. Aber in der Regel sollten Sie die Wechselwirkung von Ethylen auf andere Obst- und Gemüsesorten verhindern.
Achten Sie auf gute Nachbarschaft: Vor allem Äpfel, Avocados, Bananen, Birnen, Pfirsiche, reife Kiwis, Aprikosen, Nektarinen und Zwetschgen sind starke Ethylen-Produzenten. Lagern Sie Obst und Gemüse in der Nähe dieser Früchte, dann verderben sie schneller.
Auch einige Gemüsesorten produzieren Ethylen, allen voran die Tomate. Ausserdem Broccoli, Kartoffeln, Gurken, Blumenkohl, Rosenkohl, Lauch, Paprika, Pilze und Spinat.
Äpfel fühlen sich im kühlen, dunklen Keller am wohlsten. Der Kühlschrank sollte nur als Notlösung gewählt werden, wenn Sie keine entsprechende Vorratskammer haben. In einem optimalen Kellerraum können Äpfel über Monate gelagert werden.
Auch die Birne mag es kühl und dunkel. Allerdings sollten reife Birnen besser im Kühlschrank aufbewahrt werden. Doch Vorsicht: Birnen nehmen sehr schnell Fremdgerüche an und sollten daher nicht neben geruchsintensiven Käsesorten oder gar Knoblauch aufbewahrt werden.
Bananen haben nichts im Kühlschrank verloren. Durch Kälte verlieren Bananen ihr Aroma und die Schale verfärbt sich braun. Im Vorratsraum lassen sie sich circa eine Woche aufbewahren. Bei direkter Sonneneinstrahlung reifen Bananen sehr schnell nach. Aufeinanderliegende Bananen bekommen unschöne Druckstellen und sollten am besten aufgehängt werden.
Zitrusfrüchte wie Orangen und Mandarinen sind Südfrüchte - das bedeutet, sie brauchen keine Kälte und verlieren im Kühlschrank sogar ihren Geschmack. Trotzdem sind auch zu hohe Temperaturen nicht förderlich für eine lange Lagerung, da die Früchte zu schimmeln beginnen. Mässige Temperaturen im Vorratsregal tun ihnen gut.
Kirschen wiederum fühlen sich am wohlsten mit Stiel im Kühlschrank. Verzehren Sie sie trotzdem innerhalb von drei Tagen. Sie sollten Kirschen ausserdem nicht vor der Aufbewahrung waschen, da sie sonst matschig werden und schneller verderben.
Wohin mit der Gurke? Die Gurke ist ein kälteempfindliches Gemüse und gehört nicht in den Kühlschrank. Sie sollte nie unter zwölf Grad gelagert werden, sie wird weich und wässrig. In einer dunklen Ecke in einer nicht allzu kalten Vorratskammer hingegen hält sie sich lang.
Werden Kartoffeln falsch gelagert, beispielsweise an einem zu hellen Ort, fangen sie an zu keimen. Sie mögen es kühl, circa vier bis acht Grad, und noch dazu dunkel und trocken. Ist ihr Vorratsregal zu hell, dann legen Sie die Kartoffeln in eine Dunkelbox.
Auch Knoblauch sollte kühl, trocken und dunkel gelagert werden. Der Kühlschrank ist tabu für Knoblauch. Luftdichte Behälter sorgen dafür, dass er vergammelt. Besser sind verschliessbare Keramikbehälter mit Luftlöchern.
Wenn Sie Karotten richtig lagern möchten, dann entfernen Sie zuallererst das Grünzeug, denn das entzieht dem Gemüse die Feuchtigkeit. Im Gemüsefach des Kühlschranks fühlen sich Karotten sehr wohl und halten bis zu vier Wochen lang. In Folie verpackte Karotten sollten Sie von der Verpackung befreien - diese fördert Schimmelbildung.
Bei Radieschen sollten Sie besser auch das Grün entfernen, dann halten sie sich länger. Wickeln Sie sie in ein feuchtes Küchentuch und ab mit ihnen ins Gemüsefach im Kühlschrank.
Paprika darf im Gemüsefach im Kühlschrank gelagert werden. Achten Sie darauf, dass das Kühlfach nicht zu kühl ist, da Paprika bei zu niedrigen Temperaturen tatsächlich schneller verdirbt. Bei der richtigen Temperatur hält sich Paprika circa eine Woche lang. Die grüne Sorte hält sich etwas länger, da es sich um eine unreife Paprika handelt.
Bei der Tomate gibt es, was die richtige Lagerung betrifft, besonders viel zu beachten. Ist der Tomate zu warm, dann verfault sie schneller, ist es ihr zu kalt, dann verliert sie ihr Aroma und es kann zu Schimmelbildung kommen. Tomaten sollten in einem gut belüfteten Raum schattig bis dunkel bei 12 bis 16 Grad gelagert werden.
Erdbeeren, Heidelbeeren und Johannisbeeren sind wahre Diven unter den Obstsorten. Sie müssen sehr schnell nach dem Kauf verzehrt werden. Ungekühlt halten Beeren nur einen Tag. Im Kühlschrank im Gemüsefach immerhin bis zu fünf Tage, je nach Sorte.
Salat mag es kühl und dunkel - er gehört in den Kühlschrank. Länger frisch bleibt das grüne Blattgemüse, wenn es mit Frischhaltefolie oder von einem feuchten Tuch umwickelt wird. Salat ist sehr ethylenempfindlich und sollte nicht neben entsprechendem ethylenausstossendem Gemüse und Obst gelagert werden. Lagern Sie Salat zu lange, so verliert er schnell Vitamine.
Was tun mit Kräutern? Bei Bundkräutern ist es wichtig, dass sie erstmal das Gummiband entfernen und die Kräuter mit Wasser benetzen. Lagern Sie Kräuter am besten lose in einer Plastikdose im Kühlschrank auf.
Auberginen im Kühlschrank aufzubewahren, ist ein fataler Fehler. Sie sind sehr kälteempfindlich und sollten niemals unter zehn Grad aufbewahrt werden.
Avocados haben ebenfalls nichts im Kühlschrank zu suchen. Durch die Ethylen-Produktion sollten Sie ausserdem getrennt von anderen Obst- und Gemüsesorten aufbewahrt werden.