Auf der Insel Hiddensee sind alle Busfahrer:innen erkrankt. Der Busverkehr wird daher durch eine ungewöhnliche Alternative ersetzt.

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Per Kutsche statt Bus – Corona sorgt auf der Insel Hiddensee für einen eher unüblichen Ersatzverkehr. Weil alle Busfahrer:innen erkrankt seien, habe man einen Pferdeersatzverkehr eingerichtet, sagte am Donnerstag Bürgermeister Thomas Gens. Es dauere ein wenig länger, aber sei für die autofreie Insel eine schöne Alternative. "Ist ja noch schönes Wetter." Zunächst hatte "Katapult MV" berichtet.

In der Vergangenheit habe man von der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen (VVR) Ersatzfahrer:innen erhalten, sagte Gens. Das sei dieses Mal allerdings nicht möglich. Auch da gebe es Probleme wegen des Krankenstandes. Schulkinder der Schule in Vitte würden mit einem Fahrzeug der Feuerwehr gefahren.

Fünf Euro für sieben bis acht Kilometer

Vormittags, mittags und nachmittags fährt das Pferdegespann je einmal über die Insel. Auf der Website der Insel wurde ein Fahrplan veröffentlicht. Die Hin- und Rückfahrt kostet insgesamt fünf Euro und führt laut Gens jeweils über eine Strecke von etwa sieben bis acht Kilometer.

Die Insel ist nach Angaben des Hiddenseer Hafen- und Kurbetriebs etwa 18 Kilometer lang und an der schmalsten Stelle 250 Meter breit. Auf ihr leben demnach etwa 1.000 Einwohner:innen. Sie ist nur per Schiff zu erreichen und frei von privatem Autoverkehr.

Utopia meint: Pferdekutschen stehen immer wieder in der Kritik. Laut der Tierrechtsorganisation Peta sind Kutschen mit Tierleid verbunden. Die Karossen seien demnach bereits ohne Passagiere 90 bis 450 Kilogramm schwer, was laut Peta zu schwer für die Pferde ist. Hinzu kommt beim Einsatz dann noch das Gewicht der Menschen.

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Vor allem im Sommer stehen die Pferde unter starker Belastung. Die Tiere stehen meist mehrere Stunden in der Sonne, ohne Schatten oder ausreichend Wasser. Einige von ihnen brechen erschöpft zusammen. Deutlich wurde das durch Videoaufnahmen aus diesem Sommer, die zeigen, wie ein Kutscher auf Mallorca sein am Boden liegendes Pferd grob und erfolglos wieder auf die Beine zerren wollte. Als Reaktion darauf sind ab 2024 Pferdekutschen in Palma de Mallorca verboten.

Auch Menschen kommen teilweise bei Unfällen mit Pferdekutschen zu Schaden. Peta veröffentlichte eine Chronik aus dem Jahren 2009 bis 2021 über Unfälle mit Pferdekutschen.  © UTOPIA