• Die Skigebiete sollen offenbleiben, allerdings nur unter der Voraussetzung drastisch verschärfter Schutzkonzepte.
  • Alain Berset soll dafür ein Massnahmenpaket planen.
  • Bahnbetreiber reagieren mit Unverständnis und mahnen die wirtschaftlichen Folgen an.

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Noch am Donnerstag (26. November) betonte Bundesrat Alain Berset, dass die Schweizer Skigebiete offenbleiben dürfen. Nachbarländer wie Deutschland, Italien und Frankreich wollen die Gebiete hingegen schliessen.

Am selben Tag soll er aber angemahnt haben, die Massnahmen in den Skigebieten drastisch verschärfen zu wollen. Das berichtet die "SonntagsZeitung" laut dem Nachrichtenportal "20min.ch". Demnach sollen die Gondelkapazitäten beschränkt und Warteräume errichtet werden, in denen sich Skifahrer mit Abstand anstellen sollen.

Restaurants und Skihütten sollen bereits um 15 Uhr geschlossen werden, Selbstbedienungsrestaurants gar nicht erst öffnen. Darüber hinaus soll die Anzahl der Skifahrer begrenzt werden, über Weihnachten und Neujahr etwa sollen nur zwei Drittel der Durchschnittsfrequenz der letzten fünf Jahre ein Skigebiet besuchen dürfen.

Bei den Bahnbetreibern stossen die Ankündigungen auf Unverständnis. Valentin König, CEO der Walliser Aletsch-Bahnen, nennt die weitreichenden Kapazitätsbeschränkungen im Gespräch mit "20min.ch" wenig sinnvoll. In diesem Winter sei wegen der ausbleibenden ausländischen Gäste ohnehin mit weniger Winterportlern zu rechnen.

Urs Zenhäusern, Chef der Walliser Belalp-Bahnen, hält die Massnahmen sogar für "völlig daneben". Die bereits offenen Skigebiete würden beweisen, dass es keine Corona-Infektionen auf den Liftanlagen und Pisten gebe.

Wegen wirtschaftlicher Folgen bei verschärften Massnahmen: Entschädigung gefordert

Ohne finanzielle Unterstützung würden viele Bahnbetreiber mit den verschärften Massnahmen ausserdem nicht auskommen. "Zwischen Weihnachten und Neujahr erzielen wir 25 Prozent unseres Jahresumsatzes, das könnten wir nicht mehr wettmachen", erklärt Zehnhäusern. Deshalb fordert er eine Entschädigungszahlung.

Auch Nicolo Paganini, CVP-Nationalrat und Präsident des Schweizer Tourismus-Verbandes, hält die Massnahmen für zu weitreichend. Es könne passieren, dass der Milliarden-Fonds für Corona-Härtefälle nicht ausreichend sei, wenn Skigebiete flächendeckend geschlossen werden oder der Betrieb drastisch eingeschränkt werden müsste. Es sei hingegen wichtig, dass die bereits bestehenden Schutzkonzepte umgesetzt werden. "Hier sind die Skigäste natürlich auch in der Pflicht", betont Paganini.

Kritik an geplanten Massnahmen: "Schäden für die Bergbetriebe wären gigantisch"

Beat Rieder, Präsident von Ski Valais, pflichtet Paganini bei. Auch er weist auf die wirtschaftlichen Folgen hin. "Die Schäden für die Bergbetriebe wären gigantisch. Ich gehe davon aus, dass es in die Hunderten von Millionen geht, sogar in die Milliarden", sagt Rieder. "Es könnte sein, dass ganze Gesellschaften – die bereits jetzt zu kämpfen haben – in den Ruin getrieben werden. Das darf nicht passieren."

Die Skigebiete und Bahngesellschaften hätten unter grossem Aufwand funktionierende Schutzkonzepte für die Wintersaison ausgearbeitet. Da es ausserdem in diesem Jahr keinen Ansturm internationaler Touristen gebe, zeigt sich Rieder sicher, dass die Bahnbetreiber die Situation mit den Schweizer Wintertouristen gut und sicher bewältigen könnten.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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