• Vor 175 Jahren nahm die erste Bahnlinie zwischen Baden und Zürich ihren Betrieb auf.
  • Um das Jubiläum zu feiern, fahren Bundesrätin Sommaruga und weitere Politprominenz mit einem historischen Dampfzug die Strecke ab. Doch es gibt einen modernen Ersatz für den Notfall.

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Für das Bahnland Schweiz ist der heutige Dienstag ein historischer Tag: Vor 175 Jahren nahm die erste Bahnlinie, die "Spanisch-Brötli-Bahn" von Baden AG nach Zürich, ihren fahrplanmässigen Betrieb auf.

Zum Jubiläum fährt der Dampfzug mit Bundesrätin Simonetta Sommaruga am Dienstagnachmittag von Baden nach Zürich. Mit dabei in den Holzbahnwagen sind auch Mitglieder des Bundesparlaments und die Präsidentinnen der Kantonsparlamente Aargau und Zürich sowie Gäste.

Rund 150 Personen fahren in mehreren Wagen des historischen Dampfzugs nach Zürich. Falls die Dampflok unerwartet Probleme macht, steht in Baden für alle Fälle auch eine elektrisch angetriebene Krokodil-Lokomotive bereit. Der offizielle Festakt mit Reden von Verkehrsministerin Sommaruga, SBB-Chef Vincent Ducrot und Renato Fasciati, Präsident des Verbands öffentlicher Verkehr, findet im SBB-Reparatur-Zentrum Altstetten ZH statt.

Lokomotiv-Nachbau von 1947

Bereits zum 100-Jahr-Jubiläum 1947 dampfte die Nachbildung des ersten Zuges der Schweizerischen Nordbahn über die Gleise. (Archivbild)

Bei der Lokomotive der "Spanisch-Brötli-Bahn" der früheren Schweizerischen Nordbahn handelt es sich um einen originalgetreuen Nachbau. Das zum 100-Jahr-Jubiläum 1947 erbaute Replikat ist im Besitz der Stiftung SBB Historic in Brugg.

Die beiden ersten Lokomotiven der "Spanisch-Brötli-Bahn" waren in Karlsruhe (D) bestellt worden. Die trugen die Namen "Limmat" und "Aare". Die Originalloks verkehrten 19 Jahre lang bis 1866. Dann wurden sie in Rangier-Tenderlokomotiven umgebaut. Die Lokomotive "Aare" wurde 1868, die "Limmat" 1882 abgebrochen.

Auf die Hundertjahrfeier 1947 wurde ein Nachbau der "Limmat" erstellt. Zum 150-Jahr-Jubiläum gab es 1997 Fahrten mit der 11,6 Meter langen und bis zu 40 km/h schnellen Lokomotive.

Vier Fahrten pro Tag

Die "Spanisch-Brötli-Bahn" startete den ordentlichen Betrieb am 9. August 1847 mit vier Fahrten pro Tag. Die Züge brauchten für die 23 Kilometer lange Strecke ohne Halt 33 Minuten. Eine Fahrt in der dritten Klasse kostete 80 Rappen (vier Stundenlöhne). Wer sich die erste Klasse leistete, bezahlte das Doppelte. Die Bahnverbindung war nicht rentabel.

Die erste Schweizer Bahnlinie wurde in nur 16 Monaten erstellt, mitsamt Brücken und Bahnhöfen. Die dabei benötigte, fünf Meter lange Schäflibachbrücke bei Dietikon ZH ist heute die älteste noch in Betrieb stehende Eisenbahnbrücke der Schweiz.  © Keystone-SDA

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