Bundespräsident Ignazio Cassis hat am Freitagabend in Paris seinen französischen Amtskollegen Emmanuel Macron getroffen. Vor einem Jahr noch hatte Paris ein Treffen platzen lassen. Gesprächsthema waren unter anderem die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU.

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Gesprächsthemen beim Treffen zwischen Cassis und Macron waren nach Angaben des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) vom Freitagabend insbesondere die bilateralen Beziehungen, die Beziehungen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union, der Krieg in der Ukraine und die multilaterale Zusammenarbeit.

"Der Zeitpunkt war gekommen, um unsere Beziehungen neu zu beleben", erklärte Cassis in der Schweizer Botschaft in Paris vor den Medien. Kurz zuvor hatte er sich am Rande des Pariser Friedensforums, an dem er teilnahm, für gut eine halbe Stunde mit Macron getroffen.

Der französische Präsident hatte vor einem Jahr ein Treffen mit dem damaligen Bundespräsidenten Guy Parmelin in seinem Amtssitz im Elysée-Palast offiziell aus Termingründen verschoben. Die Absage erfolgte nach der Entscheidung der Schweiz, US-amerikanische FA-35-Kampfjets statt französische Rafale zu kaufen und nach dem einseitigen Abbruch der Gespräche über das Rahmenabkommen mit der EU.

Cassis: Nach vorne schauen

"Dies hat zu einigen Verkrampfungen geführt. Wir mussten das hinter uns lassen und nach vorne schauen", erklärte Cassis, der auch Aussenminister ist. Laut Cassis hat Macron ihm deutlich den Willen zum Ausdruck gebracht, optimistisch neu zu beginnen mit Blick auf die vielen Möglichkeiten von Zusammenarbeit. Der letzte Besuch eines Schweizer Bundespräsidenten in Paris fand 2018 statt.

In der Frage der Besteuerung von französischen Grenzgängern, die im Homeoffice arbeiten, gab sich Cassis optimistisch. Er nutzte die Gelegenheit, um Macron zu einem Besuch in die Schweiz einzuladen.  © Keystone-SDA